technology-support: Werkzeugkonstruktion mit CAD/CAM Cimatron bei Juraj Pittner
Warum haben Sie sich entschieden, in Ihrem Unternehmen mit Cimatron zu arbeiten?
Eigentlich war es ein gewisses Zusammenspiel von Umständen. Als ich beschloss, mein eigenes Konstruktionsbüro zu gründen, brauchte ich eine Software, mit der sich Werkzeuge konstruieren und fertigen lassen. Ich arbeitete eng mit dem deutschen Werkzeugbaubetrieb Meinecke Formenbau zusammen, bei dem ich jahrelang angestellt gewesen war. Dort arbeiteten wir mit Pro/E und Mastercam. Damals beschloss dieses Unternehmen, sein CAD/CAM-System zu wechseln, und die Wahl fiel auf Cimatron. So kam auch ich zu Cimatron, obwohl ich ursprünglich Pro/E in Betracht gezogen hatte. Rückblickend denke ich, dass es der richtige Schritt war.
Könnten Sie näher erläutern, worin Sie den Nutzen von Cimatron in den einzelnen Entstehungsphasen eines Spritzgießwerkzeugs sehen? Der erste Schritt ist gewöhnlich die Erstellung eines möglichst genauen Preisangebots…
Den Hauptnutzen von Cimatron sehe ich generell in der Schnelligkeit und Flexibilität beim Arbeiten, sofern die angebotenen Funktionen richtig eingesetzt werden. Bereits das erste Werkzeugkonzept, das für die Preiskalkulation wichtig ist, lässt sich in Cimatron sehr schnell erstellen. Damit verbunden ist natürlich der hervorragende Import von Modellen aus anderen Softwaresystemen. Ohne einen solchen Import würde schon dieses erste Konzept viel mehr Zeit in Anspruch nehmen. Cimatron bietet die Möglichkeit einer schnellen Analyse hinsichtlich der Entformbarkeit des Bauteils, seiner Vollständigkeit und geometrischer Fehler. Nach der Analyse des Bauteils lässt sich dieses dank der Kataloge, die dieses CAD-System bietet, in ein vorläufiges Konzept der Werkzeugbaugruppe einfügen, und die Bestellungen bei den Normalienlieferanten können aufgegeben werden.
Und was die eigentliche Konstruktionsarbeit betrifft?
Cimatron verfügt tatsächlich über einen sehr leistungsfähigen 3D-Modellierer, mit dem sich sehr komfortabel modellieren lässt. Vor allem bietet es sehr gute Funktionen zur Einarbeitung von Änderungen, was einer der entscheidenden Faktoren für schnelleres Arbeiten ist. Tritt beispielsweise beim Import ein Fehler auf, lässt sich das Modell sehr schnell und effizient korrigieren, etwa indem die fehlerhafte Geometrie einfach entfernt und durch die gewünschte ersetzt wird, indem Radien entfernt und ersetzt werden oder indem eine Verrundung direkt geändert wird. Auch ein nachträgliches Anfasen des Bauteils, die Korrektur einzelner fehlerhafter Flächen mithilfe eines hochwertigen Skizzierwerkzeugs sowie die automatische Korrektur einer fehlerhaften Fläche oder das automatische Schließen von Löchern im Modell sind möglich, und so ließe sich die Aufzählung fortsetzen…
Einen großen Nutzen bieten auch die gut aufgebauten Standardkataloge wie Meusburger, Hasco und weitere, die laufend aktualisiert werden.
Cimatron verfügt auch über weitere spezialisierte Konstruktionsmodule, und zwar für die Elektrodenkonstruktion sowie für die Konstruktion von Folgeverbund- und Transferwerkzeugen. Haben Sie damit Erfahrungen?
Dank der Zusammenarbeit mit deutschen Kollegen habe ich indirekte Erfahrungen mit dem Elektrodenmodul. Meine ehemaligen Kollegen arbeiten damit und sind zufrieden. Dieses Modul wird in Deutschland häufig eingesetzt und genießt einen sehr guten Ruf. Cimatron bietet auch Funktionen für den automatischen Export der Elektrodenparameter an Senkerodiermaschinen, was die Arbeit erheblich vereinfacht und beschleunigt und vor allem Fehlern vorbeugt, die sich bei der manuellen Eingabe nicht vollständig vermeiden lassen. Ich selbst schaue mich in letzter Zeit aktiv nach den Modulen für die Arbeit mit Blechen um und mache mich mit ihnen vertraut, da dieser Bereich bei mir immer stärker nachgefragt wird.
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| Beispiele für mit der CAD/CAM-Lösung Cimatron bearbeitete Projekte |
Cimatron ist nicht nur CAD, sondern ein integriertes CAD/CAM-System, dessen CAD- und CAM-Komponenten auch unabhängig voneinander funktionieren können. Andererseits sind sie bei Bedarf miteinander verknüpft. Haben Sie auch Erfahrungen mit der spanenden Bearbeitung in Cimatron? Wie funktioniert Ihrer Meinung nach die Verknüpfung der beiden Komponenten dieses Systems?
Ich habe Erfahrung mit dem Cimatron-Modul zur Erstellung von NC-Programmen für das dreiachsige 3D-Fräsen. CAD und CAM funktionieren tatsächlich eigenständig. Wenn der Konstrukteur jedoch eine Änderung an einem Bauteil vornimmt, für das bereits ein fertiges NC-Programm vorliegt, zeigt das System dies sofort an. Alle bereits fertigen Bearbeitungsoperationen bleiben jedoch unverändert, bis der Programmierer beschließt, das Bauteil zu aktualisieren, womit auch eine Aktualisierung der Werkzeugwegberechnung verbunden ist. Wenn ich allerdings weiß, dass es sich nur um eine kleine Änderung handelt, beispielsweise eine Freistellung in einer Ecke, kann ich eine neue Sequenz mit der aktuellen neuen Geometrie erstellen und nur die Stelle bearbeiten, an der die Änderung vorgenommen wurde. In dieser Hinsicht arbeiten die CAD/CAM-Module also wirklich unabhängig voneinander, und an jedem Modul kann eine andere Person arbeiten. An den CAM-Modulen ein Programmierer, der sich ausschließlich der Programmierung widmet, mit der CAD-Lizenz nur ein Konstrukteur, der sich ausschließlich der Konstruktion widmet, aber die Ergebnisse ihrer Arbeit sind miteinander verknüpft. Neben dieser Verknüpfung besteht ein weiterer Vorteil des integrierten CAD/CAM darin, dass nicht mit importierten Daten gearbeitet werden muss. Beides spart Zeit und damit auch Geld.
Jedes Werkzeug hat auch seine Grenzen. Worin sehen Sie die Schwächen von Cimatron?
Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was ich konkret als eindeutige Schwäche von Cimatron nennen sollte. Wie jedes System hat es Vor- und Nachteile. Nach dem Kauf der Lizenz war ich jedoch sehr angenehm überrascht, wie es sich mit diesem System arbeiten lässt und was es leisten kann.
Hinter jeder CAD/CAM-Software stehen Menschen, die sie den Anwendern liefern, sie schulen und für den technischen Support sorgen. Wie würden Sie diese Dienstleistungen bei Cimatron bewerten? Sie haben sowohl Erfahrungen mit dem deutschen Lieferanten als auch mit dem Unternehmen technology-support, das Cimatron in Tschechien und der Slowakei vertritt.
Natürlich wäre Software ohne guten Support nicht viel wert. Das ist für mich ebenfalls einer der Vorteile und Pluspunkte von Cimatron, denn der Kundensupport ist auf einem hohen Niveau. Aus eigener Erfahrung erlaube ich mir, ihn als flexibel, sachlich und entgegenkommend zu bewerten, sowohl in Deutschland als auch in Tschechien und der Slowakei (technology-support). Zudem pflegen beide Unternehmen gute Beziehungen zueinander und arbeiten auch auf technischer Ebene zusammen, was für den Endanwender immer von Vorteil ist. Das Unternehmen technology-support ermöglicht potenziellen Kunden außerdem, die Software über einen längeren Zeitraum bei ihrer tatsächlichen Arbeit zu testen. Ein möglicher künftiger Anwender weiß also, worauf er sich einlässt.
Sie verfügen über langjährige praktische Erfahrungen in der Werkzeugkonstruktion und im Werkzeugbau. Was würden Sie einem Unternehmen empfehlen, das ein geeignetes CAD/CAM-System für die Werkzeugkonstruktion und den Werkzeugbau sucht? Worauf sollte es bei der Auswahl vor allem achten?
Meiner Meinung nach muss man in erster Linie wissen, was man eigentlich braucht und will und in welche Richtung man sich entwickeln möchte. Beispielsweise, ob man – auch künftig – nur CAD oder auch CAM nutzen möchte, ob diese Komponenten gut miteinander verknüpft sein sollen oder ob das für einen nicht so entscheidend ist usw. Heutzutage läuft es leider immer noch häufig so, dass die erste Frage lautet: „Wie viel kostet das?“ Ich persönlich denke, dass diese Frage bei der Auswahl eines CAD/CAM-Systems nicht an erster Stelle stehen sollte. Preis ist nicht gleich Preis. Es kommt darauf an, was das jeweilige CAD/CAM-System zu diesem Preis leisten kann, welchen technischen Support es bietet und wie es meinen Anforderungen entspricht. Ob ich zu diesem oder jenem Preis auch künftig wettbewerbsfähig sein und auf dem neuesten Stand arbeiten kann oder ob ich etwas kaufe, mit dem ich nach einem Jahr wie ein Schiffbrüchiger auf einer Insel festsitze, von der es kein Entrinnen gibt. Und obwohl ich dann weiterhin das tun kann, was ich beim Kauf des Systems getan habe, werde ich mich nicht weiterentwickeln können, weil mir niemand hilft oder weil ich an die Grenzen der jeweiligen Lösung stoße. Deshalb empfehle ich, alle Vor- und Nachteile sorgfältig abzuwägen.
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