Zusammenarbeit von ZEISS und Polysecure: ausgefeiltere Sortierung von Kunststoffabfällen

17.02.2022
ZEISS und Polysecure bieten einen neuen Ansatz für eine effiziente Ressourcennutzung. Ziel ist es, die Vorsortierung von Abfällen, insbesondere von Kunststoffabfällen, zu verbessern. Polysecure hat eine Technologie zur tracerbasierten Sortierung (TBS) sowie neue Markierungsmaterialien entwickelt.

Die Ergebnisse zeigen, dass beispielsweise Kunststoffverpackungen nach einer Kennzeichnung gemäß dem Sortiercodesystem von Polysecure anschließend mit einer Erkennungsrate von nahezu 100 % zuverlässig sortiert werden können.

Der erste Schritt der strategischen Zusammenarbeit seitens ZEISS  war die Entwicklung eines neuen multimodalen optischen Detektors, der bei jedem Abfallstück mehrere Messmethoden kombinieren kann: Markerdetektion, Messung im NIR-Bereich (nahes Infrarot), Farbmessung, Bilderkennung (künstliche Intelligenz) und Wasserzeichendetektion. Beim Durchlaufen der Detektionseinheit werden alle Abfälle nach ihrer Spezifikation und Fraktion erfasst; der Abfallstrom lässt sich auch anhand der Herstellermarke oder von Produktgruppen sortieren.

Aufgrund der Qualität und Reinheit des Materials nach der Vorsortierung können mehr Kunststoffabfälle durch mechanisches Recycling zu verwertbarem Rezyklat verarbeitet werden. Max Riedel, Leiter des Labors ZEISS  Innovation Hub KIT, sagt: „Diese beiden Technologieunternehmen ergänzen sich perfekt. Von Polysecure stammen die Tracer, die Prozessinnovationen und die Konstruktion der Sortiermaschine und  von uns die optischen Komponenten und die Bildverarbeitung.“ Beide Partner sind überzeugt, dass das neue Sortierverfahren keine zusätzlichen Kosten beim Recycling verursacht, aber zuverlässiger, präziser und flexibler sortieren kann als heutige Technologien.

Die neue Technologie ist in die neue Sortierlinie von Polysecure in Freiburg integriert, die auch die Vereinzelung und Ablage der sortierten Abfälle umfasst und von allen Interessierten an der Kreislaufwirtschaft als Technologiezentrum für Sortierversuche genutzt werden kann. Die Linie ist für unterschiedlichste Abfallzusammensetzungen ausgelegt: von Kunststoffverpackungen, Textilien, Mahlgut aus Fahrzeugen, weißer Ware und Elektroprodukten bis hin zu Produktionsabfällen aus der Kunststoffindustrie.

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Autor: SP
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