Moderne Müllverbrennungsanlage bei Bratislava: Eine Lösung für Abfall, Emissionen und Kreislaufwirtschaft
Ich werde das Unmögliche versuchen. Zu erklären, warum eine “Müllverbrennungsanlage” für Bratislava vorteilhaft ist. Für die Stadt, weil sie ihr Problem mit Industrieabfällen löst und die Emissionen sowie die Belastung des gesamten Gebiets verringert. Für den Staat, weil sie die Deponierung im Umfeld von Bratislava reduziert und ebenfalls das Problem der Industrieabfälle löst. Für die Einwohner, weil der Abfall zur Energieerzeugung genutzt wird, wodurch die Verbrennung von Erdgas ersetzt und der CO₂-Fußabdruck der Raffinerie verringert wird. Für Slovnaft, weil sie dazu beiträgt, den Einsatz fossiler Bestandteile zu reduzieren, und den Einstieg in die Kreislaufwirtschaft auf industrieller Ebene ermöglicht. Bei dem gesamten Projekt dienen uns vergleichbare Anlagen im österreichischen Linz und Lenzing als Vorbild. Wir haben uns für dieselbe technologische Lösung entschieden.
Das Problem ausreichender Abfallmengen
Abfall gibt es genug. Im Westen der Slowakei fallen 400.000 Tonnen Siedlungsabfälle aus den schwarzen Restmüllbehältern und 200.000 Tonnen Industrieabfälle an. Letztere nehmen die Menschen kaum wahr, weil sie direkt von den Unternehmen auf Deponien oder zur Verwertung ins Ausland gelangen. OLO verfügt derzeit über eine Kapazität von 165.000 Tonnen und wird nach einer Investition von 200 Millionen Euro, die Bratislava als Kredit aufnehmen muss, eine Kapazität von 185.000 Tonnen haben. Zementwerke verbrennen nur nicht recycelbare Abfälle mit hohem Heizwert und können daher bei einer umfassenden Entsorgung nicht helfen. Geeignete Abfälle importieren sie auch aus dem Ausland. Die Genehmigung dafür haben sie vom Umweltministerium der Slowakischen Republik. Abgesehen vom derzeit öffentlich diskutierten Projekt in Skalica, wo der Widerstand der örtlichen Bevölkerung sehr stark ist, ist somit im Westen der Slowakei kein neues Projekt realistisch.
Von unserer geplanten Kapazität von 300.000 Tonnen werden 100.000 Tonnen auf Industrieabfälle und 200.000 Tonnen auf nicht recycelbare Siedlungsabfälle entfallen.
Wir bieten somit eine Lösung für Abfälle, die auf diesen Deponien landen (siehe die Regionen im Westen der Slowakischen Republik), die sich zunehmend füllen. Abfalldeponien: Wo sie sich befinden, wie viel Platz sie noch bieten und wie lange ihre Genehmigungen gelten (+Karte) | ODPADY-PORTAL.SK
Die EU wird uns keine neuen Deponien genehmigen. Die Slowakei hat also keinen Plan, was mit dem Abfall geschehen soll. Als Alternative wird häufig genannt, nicht so viel Abfall zu erzeugen. Dem stimme ich zu, aber das menschliche Verhalten geht leider in die entgegengesetzte Richtung. Mit dem Wirtschaftswachstum geht auch die Abfallerzeugung Hand in Hand, insbesondere die nicht recycelbarer Abfälle. Wenn wir schon jetzt genügend Kapazitäten hätten, warum füllen sich dann die Deponien? Und dabei wissen wir nicht, wie viele illegale Deponien es im Westen der Slowakei gibt.
Warum gerade in Bratislava und bei Slovnaft
Weil hier der meiste Abfall entsteht und auch künftig entstehen wird. Außerdem müssen wir unsere alte Ölschlammverbrennungsanlage durch eine neue, modernere Verbrennungsanlage ersetzen. Zu uns werden weder Abfälle aus der gesamten Slowakei gebracht, wie viele behaupten, noch Abfälle aus dem Ausland. Sie werden aus dem Westen des Landes angeliefert und im Fall von Industrieabfällen auch aus dem Gebiet von Bratislava. Wir weisen die Behauptung entschieden zurück, dass wir Abfall aus Ungarn importieren wollten. In Ungarn baut MOL zwei große Müllverbrennungsanlagen mit ähnlichen Kapazitäten wie bei Slovnaft, während eine Anlage bereits bei Budapest existiert. Diese drei Anlagen sollten ausreichen, um den Bedarf Ungarns hinsichtlich der Siedlungsabfälle zu decken. In Ländern, in denen das Umweltbewusstsein der Bevölkerung höher ist als in der Slowakei, werden solche Projekte unterstützt und sind auch in Großstädten in Betrieb. Die Zusicherung, dass wir keine Abfälle aus Ungarn nutzen werden, wird daher wohl auf politischer Ebene beider Länder erfolgen müssen, da einige Politiker das Thema trotz unserer Argumente weiterhin am Leben halten.
Standort einer vergleichbaren Anlage im österreichischen Linz
Wie funktioniert die Wirbelschichttechnologie?
CEZO wird aus zwei Einheiten bestehen – einer Anlage zur Nachsortierung ausgewählter Bestandteile von Siedlungsabfällen und der eigentlichen Anlage zur energetischen Abfallverwertung.
Die aussortierten Bestandteile der Siedlungs- und Industrieabfälle werden in einer Halle gesammelt, die für die Nachsortierung und Aufbereitung von Abfällen vorgesehen ist.
Das Prinzip der Wirbelschichtverbrennung beruht auf der Zirkulation von Sand, der auf eine so hohe Temperatur erhitzt wird, dass er sich wie eine Flüssigkeit verhält. Der so erhitzte Sand verbrennt den Abfall, wobei Gase und Flugasche entstehen, die weiterverarbeitet werden kann. Die entstehende Wärme wird zur Erzeugung von Wasserdampf und Strom genutzt.
Die Abfallannahmehalle wird über vier Schnellschließtore verfügen, die mit Luftschleiern ausgestattet sind, um einen möglichen Austritt von Geruchsstoffen bei der Ein- und Ausfahrt von Lastwagen zu verhindern.
Die Halle zur Abfallaufbereitung wird vollständig geschlossen sein und über eine eigene Luftabsaugung mit Filtersystem verfügen. Auch über den Abfallzerkleinerern wird eine Absaugung installiert. Die aus diesen Bereichen abgesaugte Luft wird nach der Filterung als Verbrennungsluft in der Brennkammer genutzt.
Feste Abfälle aus der Raffinerie mit erhöhtem Kohlenwasserstoffgehalt werden in einem gesonderten Entladebereich angenommen. Das Material wird über einen Einfülltrichter mit motorisch betätigtem Verschluss, der das Austreten flüchtiger Stoffe verhindert, in den Bunker eingebracht. Mechanisch aufbereitete Abfälle werden über ein eingehaustes Förderband direkt in die Brennkammer transportiert.
Stückige Abfälle werden direkt in einen Einfülltrichter mit geruchsdichtem Verschluss gekippt.
Die Handhabung der Abfälle wird ähnlich erfolgen wie derzeit im österreichischen Lenzing. Lenzing – Innovative By Nature
Auswirkungen auf die Bevölkerung und die Umgebung
Einerseits wird uns vorgeworfen, die Belastung des Gebiets nicht zu berücksichtigen, andererseits berücksichtigen die Diskussionsteilnehmer unsere Dekarbonisierungspläne in der Raffinerie nicht, die die Gesamtbelastung reduzieren werden. Bereits angelaufen sind Projekte zur Elektrifizierung der Produktion, also zum Austausch von Dampfantrieben gegen hocheffiziente Elektromotoren, ferner ein Projekt zur Verarbeitung von Bio- und Altölen bei der Herstellung nachhaltiger Kraftstoffe wie HVO und SAF sowie die Umstellung des Heizkraftwerks auf Gas, die die Emissionen aus der Dampferzeugung reduzieren wird. Darüber hinaus konzentrieren wir uns auf die Steigerung der Ausbeute an hellen Produkten, die Steigerung der Effizienz von Öfen und Turbinen sowie die Nutzung von Biogas und grünem Wasserstoff. Nicht zuletzt steigern wir auch die Verwertung unserer eigenen Abgase. All diese Projekte werden allein im Hinblick auf die Emissionen die Belastung des Gebiets um mindestens 20 % reduzieren. Slovnaft wird um ein Fünftel weniger Emissionen ausstoßen als bisher. Es handelt sich um Projekte, die sich bereits in der Umsetzung befinden.
Anlieferung von Abfällen
Die Abfälle werden über einen Gleisanschluss und auf der Straße zu Slovnaft transportiert. Genutzt wird der bestehende Gleisanschluss, der Slovnaft mit dem zentralen Güterbahnhof verbindet, und auch die Möglichkeit des Baus eines neuen Gleisanschlusses in der Nähe von CEZO ist vorgesehen. Die Bahn ist von entscheidender Bedeutung, da auch Entsorgungsunternehmen an sie angeschlossen werden und ihre Sortierzentren entsprechend ansiedeln können. Es wird damit gerechnet, dass 50 Prozent des Volumens auf der Schiene und die übrigen 50 Prozent auf der Straße transportiert werden, was 20 bis 30 zusätzliche Fahrzeuge pro Tag auf der D4R7 bedeutet. Auch laut der Studie zur Abfallanlieferung ist dies ein akzeptabler Anstieg.
Aus den derzeit schwelenden Deponien entweichen riesige Mengen gefährlicher Stoffe in die Atmosphäre, die niemand überwacht und zu deren Bekämpfung zuletzt auch der Präsident aufgerufen hat. Diese gefährden bereits jetzt tatsächlich die Gesundheit der Bevölkerung.
Was wird aus dem Schornstein der neuen Verbrennungsanlage austreten?
Alle modellierten Szenarien ergaben, dass die höchsten Zusatzbelastungen durch die untersuchten Schadstoffe von CEZO weit unter den Grenzwerten lagen und das 0,5-Fache des Grenzwerts nicht überschritten. Die Modellberechnungen haben gezeigt, dass die vorgeschlagene Schornsteinhöhe von 60 Metern für die Betriebsparameter mit ausreichender Reserve geeignet ist und auch die Anforderungen an eine ausreichende Ausbreitung der Emissionen erfüllt.
Die Rauchgase aus CEZO werden vor dem Eintritt in den Schornstein kontinuierlich mit einem automatischen Messsystem (AMS) überwacht. Dieses wird neben der Verarbeitung und Archivierung der gemessenen Emissionskonzentrationen ausgewählter Schadstoffe auch die Werte der O2-Konzentration, des Drucks, der Temperatur und der Feuchtigkeit an der Messstelle der Emissionsgrößen sowie die Rauchgastemperatur erfassen.
Alle vorgeschriebenen Emissionswerte werden kontinuierlich überwacht beziehungsweise durch periodische Messungen in den von der zuständigen staatlichen Behörde vorgeschriebenen Intervallen ermittelt und gemäß den gesetzlichen Bestimmungen fortlaufend auf der Website von Slovnaft veröffentlicht.
Was geschieht mit der bei der Abfallverwertung entstehenden Asche?
Asche – also das, was vom verwerteten Abfall übrig bleibt, etwa 25% des Volumens – liegt bereits in stabilisierter Form vor und kann weiterverarbeitet werden. Wir werden die Asche zur weiteren Verarbeitung abtransportieren, wie dies in Österreich oder den Niederlanden geschieht. Grobasche wird in Silos gelagert, die auf dem Dach mit einem Filter zur Reinigung der Abluft ausgestattet werden, die beim Befüllen, Entladen und Auflockern aus dem Silo entweicht. Die Asche wird von einem externen Abnehmer zur Verwertung übernommen, meist zur Herstellung von Baustoffen.
Feinasche (Flugasche), die in wesentlich geringeren Mengen anfallen wird, wird vor allem am Gewebefilter entstehen. Ihr Abtransport erfolgt ähnlich wie beim Silo für Grobasche. Die Flugasche wird der stofflichen Verwertung zugeführt oder gegebenenfalls zu einer Abfallbeseitigungsanlage transportiert. So verfahren auch die anderen Anlagen weltweit.
Welchen Nutzen wird Bratislava davon haben?
Ein grundlegend gelöstes Abfallmanagement im Einklang mit den Zielen der EU. OLO deckt heute etwa 20 Prozent des Wärmebedarfs von Bratislava, den Rest liefert das Heizkraftwerk durch die Verbrennung von Erdgas. Neben den Emissionseinsparungen bei uns in der Raffinerie könnte Bratislava somit weitere Emissionseinsparungen vorweisen, die heute bei der Wärmeversorgung der Bevölkerung entstehen. CEZO könnte den Wärmebedarf von Ružinov für das ganze Jahr vollständig decken und darüber hinaus noch einen weiteren kleineren Stadtteil versorgen. Damit wäre alles genau im Einklang mit dem Klimaplan der Stadt. Bratislava könnte zudem die Schlämme, die in ihren Kläranlagen anfallen, effizient entsorgen. Bratislava wird die Abfallwirtschaft für die Industrie auf seinem Stadtgebiet gelöst haben. Und vor allem werden Bratislava und seine Umgebung keine Deponien mehr anlegen wie bisher.
Denn die Deponien sind da, sie füllen sich nach und nach, und der Slowakei läuft die Zeit davon. Mit der Zeit werden sie beginnen, die Bevölkerung unkontrolliert zu gefährden. Bei der Diskussion über die Verbrennungsanlage geht es auch darum, wohin wir gehören wollen. Ob zum Westen, wo dieses Problem bereits tatsächlich gelöst wurde, oder zum Osten, wo Abfälle hinter das Dorf, auf Deponien oder dorthin gebracht werden, wo sie angeblich niemand bemerkt.
Bratislava kann mit gutem Beispiel vorangehen, weil es heute keine andere realistische Alternative hat.
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SLOVNAFT, a.s.
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02.10.2026 Die Unternehmen SLOVNAFT, a.s., und BRANTNER Slovakia s.r.o. haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, die den Rahmen für eine künftige Zusammenarbeit in zwei Schlüsselbereichen des geplanten Zentrums für energetische Abfallverwertung (CEZO)...