Ein bedeutender Schritt für die Zukunft: Slovnaft hat Biodiesel und nachhaltigen Flugkraftstoff hergestellt
Slovnaft hat HVO-Biodiesel und nachhaltigen Flugkraftstoff SAF hergestellt
Das Unternehmen Slovnaft, Mitglied der MOL-Gruppe, hat in seiner Raffinerie in Bratislava Dieselkraftstoff mit einem Anteil an hydriertem Pflanzenöl (Hydrotreated Vegetable Oil – HVO) und nachhaltigen Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel – SAF) hergestellt. Die Qualität der Produkte wurde durch eine Radioisotopenanalyse des unabhängigen Instituts ISOTOPTECH ZRT überprüft. Slovnaft bestätigte damit seine technologische Bereitschaft zur Herstellung alternativer Kraftstoffe, die Teil der langfristigen Strategie Shape tomorrow der MOL-Gruppe ist.
Den pflanzenbasierten HVO-Biodiesel, der im Ausland auch als erneuerbarer Diesel bezeichnet wird, stellte Slovnaft Ende des vergangenen Jahres her. „Den Produktionstest haben wir auf einer Produktionsanlage durchgeführt, die auch zur Herstellung von konventionellem Dieselkraftstoff genutzt wird. Wir haben das Produkt mittels Co-Processing hergestellt, wobei wir fossile und biologische Rohstoffe gleichzeitig verarbeitet haben. Als biogenen Ausgangsrohstoff haben wir Öl aus Cashewnussschalen verwendet“, beschreibt Róbert Hurný, Leiter des Bereichs Downstream-Entwicklung, den Prozess. Das Vorhandensein eines Biodieselanteils im Dieselkraftstoff wurde durch eine Radioisotopenanalyse des ungarischen Labors ISOTOPTECH ZRT bestätigt.
Im Produktionstest konnte das Unternehmen Dieselkraftstoff mit einem Anteil an HVO-Biodiesel herstellen, indem der biogene Ausgangsrohstoff direkt während der Herstellung mit der fossilen Komponente verbunden wurde. Beide Komponenten wurden in der Produktionsanlage gleichzeitig verarbeitet. Das Ergebnis ist ein Kraftstoff, der im gewünschten Verhältnis zwei Komponenten enthält, und zwar Biodiesel und herkömmlichen fossilen Diesel.
Herstellung von nachhaltigem Flugkraftstoff SAF aus gebrauchtem Speiseöl
Die Raffinerie Slovnaft führte zugleich einen weiteren Produktionstest durch, bei dem sie nachhaltigen Flugkraftstoff herstellte. In diesem Fall war der Ausgangsrohstoff gebrauchtes, teilweise raffiniertes Speiseöl. Der nachhaltige Flugkraftstoff – SAF wurde bei Slovnaft ebenfalls mittels Co-Processing hergestellt, und zwar auf einer Produktionsanlage, die zur Herstellung von herkömmlichem Flugkerosin dient. „Auch im Fall der SAF-Produktion kann der Test als erfolgreich betrachtet werden. Die gute Nachricht ist, dass wir ihn auf unserer bestehenden Produktionsanlage herstellen können“, erklärte Róbert Hurný.
Die Raffinerie bereitete sich etwa ein Jahr lang auf die Produktionstests vor. „Während der Tests mussten wir vor allem beobachten, wie unsere Produktionsanlagen auf diesen Prozess reagieren. Der zweite Teil bestand in der Analyse der Qualität des Endprodukts“, ergänzte Róbert Hurný. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Produktionstests zeigte Slovnaft, dass das Unternehmen technologisch darauf vorbereitet ist, sowohl pflanzenbasierten Biodiesel als auch nachhaltigen Flugkraftstoff herzustellen.
Slovnaft als regionaler Vorreiter bei der SAF-Produktion und den Umweltzielen der EU
„Die Tatsache, dass Slovnaft diesen Test bestanden hat, bestätigt unsere Position als wichtiger Akteur in der Region Mittel- und Osteuropa. Die Kompetenz in der chemischen Produktion, die wir im Laufe der langjährigen Unternehmensgeschichte erworben haben, muss erhalten und weiterentwickelt werden, im Einklang damit, wohin sich die Gesellschaft bewegt und welche Zukunft wir gestalten wollen“, sagte Gabriel Szabó, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Slovnaft und Vizepräsident für Downstream der MOL-Gruppe.
Die Herstellung dieser Kraftstofftypen trägt den gesetzlichen Trends und der künftigen Entwicklung Rechnung. Derzeit stellen weltweit nur sehr wenige Raffinerien SAF her. Slovnaft ist damit zu einer der ersten Raffinerien geworden, die in der Lage sind, Flugkraftstoff herzustellen, der die für SAF festgelegten Qualitätsanforderungen erfüllt. Im Zusammenhang mit den Umweltzielen der EU soll SAF ab diesem Jahr 2 % des gesamten Flugkraftstoffverbrauchs ausmachen, wobei dieser Prozentsatz jedes Jahr schrittweise erhöht wird. Bis 2030 soll der SAF-Anteil auf 6 %, bis 2035 auf 20 % und bis 2050 sogar auf 70 % steigen. Diese Anforderungen werden für alle Flüge gelten, die in der EU starten, unabhängig vom Zielort. Slovnaft arbeitet ebenso wie die MOL-Gruppe bei der Erprobung von SAF-Flugkraftstoff auch mit der Fakultät für Luftfahrt der Technischen Universität Košice zusammen.
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