Polymerpreise – steigen im Februar vor allem dort, wo die Verfügbarkeit geringer ist

Die Februar-Vertragspreise für Monomere wurden bekannt gegeben. Der Preis für Ethylen (C2) sowie Propylen (C3) ist gegenüber Januar um etwa 15 € gestiegen.

Der Preisanstieg bei Styrolmonomer (SM) übertraf jedoch die Erwartungen – gegenüber Januar stieg er um 120 €. Polyolefin-Hersteller versuchten eine geringere Preiserhöhung um 20–40 € durchzusetzen, waren aber nur bei den Typen erfolgreich, bei denen das Angebot knapp ist. Polystyrolhersteller erhöhten die Preise um 60–120 €. Ein geringerer Anstieg betraf Produzenten, bei denen Benzol die Ausgangsrohstoffbasis in der Wertschöpfungskette ist.

Der saisonale Preisanstieg hat noch nicht begonnen. Kunststoffverarbeiter kaufen vorsichtig ein und die meisten versuchen, die Bestände niedrig zu halten – einerseits zur Optimierung des Cashflows, andererseits um Verluste durch unvorhersehbare Preisbewegungen zu vermeiden. Die Preisbewertung wird zudem dadurch erschwert, dass Angebote für „günstige“ Importtypen auf dem Markt sind, die im März und April eintreffen sollen. Auch bei Importen sind die Preisbewegungen und Lieferungen nicht ganz klar. Aufgrund der Feierlichkeiten zum Mondneujahr ist die Verfügbarkeit und das Angebot von Polyethylen und PVC aus Fernost gesunken, sodass deren Preise um 40–60 € gestiegen sind. Der Preis für Typen aus Nordamerika stieg nur leicht, aber Winterstürme verzögern die Ankunft der Lieferungen.

Die Stärkung der Nachfrage wird durch das kalte Winterwetter in Polen und im Baltikum gebremst, obwohl diese Märkte mehr als 50 % der gesamten Polymernachfrage in Mitteleuropa ausmachen. Währenddessen belebt sich die Nachfrage in den mittleren und südlichen Regionen bereits spürbar. Verarbeiter fordern zudem aufgrund niedriger Bestände sofortige oder sehr kurze Lieferzeiten.

Niedrige Bestände bei den Verarbeitern und die verzögerte Preiserhöhung bei Olefin-Monomeren im Februar erzeugen auf den Polyolefinmärkten Spannung. Vorerst halten die Drohung durch Importlieferungen und negative Erwartungen bezüglich der Nachfrage die Preise niedrig. Sollte die Nachfrage in Polen jedoch steigen, könnte dies die Preise in die Höhe treiben – besonders da sich sowohl Orlen als auch BOP ab Mitte April ebenfalls auf Stillstände vorbereiten. Leicht kann so ein Mangel an einigen beliebten mitteleuropäischen Typen entstehen, die importierte Materialien nicht ersetzen können.

Autor: MyCEPPI
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