Polymerpreise - der Markt läuft langsam an, in einigen Fällen auch mit einer durch begrenztes Angebot verursachten Verteuerung.

Mitteleuropa kehrt nach den Feiertagen langsam in den Normalbetrieb zurück, wobei in den meisten Ländern letzte Woche noch weitere Feiertage waren. Daher war die vergangene Woche kurz und die eigentliche Aktivität kam erst am Donnerstag richtig in Schwung. Polyolefinhersteller hatten ihre Preise jedoch bereits am Mittwoch veröffentlicht.

Polyolefine zeichneten sich durch einen Preisrückgang im Anschluss an Roll-over und Änderungen der Monomerpreise aus. Einige Polyethylensorten verzeichneten jedoch aufgrund begrenzter Verfügbarkeit Preisanstiege. PVC wurde um 10–15 Euro billiger, während PET um 20–30 Euro teurer wurde. Bei Polystyrol wurden, obwohl die Hersteller eine Preiserhöhung um 20–30 Euro ankündigten, nur wenige konkrete Preise veröffentlicht. Aus geschäftlicher Sicht sieht es so aus, als ob das Jahr 2026 erst nächste Woche, am 12. Januar, voll beginnt.

Trotz fallender Preise für Olefinmonomere führten einige europäische Polymerhersteller deutliche Preiserhöhungen bei LDPE ein. Grund war die begrenzte Verfügbarkeit. Verarbeiter lehnten diese deutlichen, in vielen Fällen sogar dreistelligen Erhöhungen bisher jedoch ab. Obwohl auch die Verfügbarkeit von HDPE begrenzt ist, war der Preisrückgang hauptsächlich durch Roll-over und die Änderung des vertraglichen Ethylenpreises bedingt. Auch die Preise für importierte LLDPE-Typen stiegen aufgrund von Knappheit. Bei Polypropylenen wartet der Markt derzeit ab – größtenteils findet ein Roll-over und ein kleinerer Preisrückgang nach der Änderung des Propylenmonomerpreises statt. Die Angebotsseite wird generell durch die Tatsache eingeschränkt, dass Überseelieferungen verspätet in den Häfen ankommen und die Lieferungen aus Häfen und Lagern auch schwierig sind, teilweise wegen Schnee, vor allem aber wegen der verlängerten Feiertage. Bisher ist es schwer, Angebot und Nachfrage einzuschätzen. Ein reales Bild des Marktes erhalten wir erst in der kommenden Woche.

Dringende Käufe sind nur für jene Verarbeiter notwendig, die ihre Jahresendbestände minimiert haben – genau diese sind bereit, höhere Preise zu zahlen. Verarbeiter, die den Start ins Jahr gesichert haben, warten gelassen auf die weitere Entwicklung. Ein weiterer Grund für die Ruhe ist, dass die meisten Kunststoffverarbeiter in Mitteleuropa die Unsicherheiten des Jahres 2025 gut bewältigt haben. Für die meisten war es ein erfolgreiches Jahr. Unsicherheit und sich ändernde Bedingungen bleiben uns auch im Jahr 2026 erhalten, sind aber nicht mehr außergewöhnlich – der Wandel ist ein natürlicher Teil des Polymermarktes geworden. Verarbeiter, insbesondere in Polen und der Tschechischen Republik, sind hinsichtlich des Jahres 2026 optimistisch und erwarten Wachstum. In anderen Ländern bleiben jedoch Fragezeichen.

Neben der Verfügbarkeit werden im Januar auch die Preiswartungen einen erheblichen Einfluss auf die Nachfrage haben. Obwohl es noch zu früh ist, die Monomerpreise für Februar vorherzusagen, ist eine wichtige Entwicklung, dass die erwartete Korrektur des NAPHTHA-Preises in der vergangenen Woche stattgefunden hat und weitere Verteuerungen nicht ausgeschlossen sind. Daher besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für steigende Olefinmonomerpreise im Februar. All dies könnte in der kommenden Woche zu einer guten Nachfrage führen.

Autor: MyCEPPI
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