Game Changer in der Berufsbildung: Elektromobilität verändert Schulen und Industrie

Game Changer in der Berufsbildung: Elektromobilität verändert Schulen und Industrie
Die Konferenz CEOVP – Game Changer fand am 12. Mai 2026 in den Räumlichkeiten der Duálna Akadémia statt. Sie brachte eine Diskussion über Berufsbildung, Elektromobilität, Generation Z und darüber, wie Schulen besser mit Unternehmen vernetzt werden können.

Die Industrie verändert sich schneller als das Bildungssystem. Automatisierung, Digitalisierung und Elektromobilität verändern bereits heute die Fertigung, den Service und die Anforderungen an technische Berufe. Unternehmen benötigen daher nicht nur Absolventen mit Gesellenbrief oder Abitur, sondern Menschen, die lernen können, Zusammenhänge verstehen und mit neuen Technologien arbeiten.

Genau darum ging es auf der Konferenz CEOVP – Game Changer, die Schulen, Unternehmen, den öffentlichen Sektor und junge Menschen vernetzte. Für das Fachpublikum aus der Industrie war vor allem die Frage am interessantesten, wie zukünftige Techniker auf eine Produktion vorbereitet werden können, die bereits heute anders aussieht als vor wenigen Jahren.

Elektromobilität ist nicht nur das, was auf den Straßen fährt

Einer der wichtigsten Programmpunkte war das Panel „Elektromobilität – Revolution oder Sackgasse?“, moderiert von Michal Chabada. An der Diskussion beteiligten sich auch Experten aus der Praxis, darunter Patrik Križanský von SEVA, Martin Balco von Volkswagen Slovakia, Ivan Hílek von HÍLEK a spol. und Juraj Klepáčk von Hedin Automotive Slovakia.

Im Panel fiel eine wesentliche Aussage: Elektromobilität ist nicht nur das, was heute auf den Straßen fährt. Es ist vor allem das, was sich in den Fabriken verändert.

Das Elektroauto ist aus Wartungssicht einfacher als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Es hat weniger mechanische Teile, und bei der Wartung entfallen viele routinemäßige Arbeiten. In der Praxis bleibt hauptsächlich die Kontrolle von Bremsflüssigkeit, Scheibenwischern und grundlegenden Betriebselementen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Elektromobilität einfach ist. Die Komplexität verlagert sich auf Batteriesysteme, Elektronik, Software, Sicherheit, Wärmemanagement und die Produktion selbst.

Veränderungen für die Automobilbranche betreffen auch Kunststoffverarbeiter

Für Automobilhersteller geht es nicht nur um den Motorentausch. Elektromobilität verändert die gesamte Lieferkette. Sie betrifft Hersteller von Komponenten, Werkzeugbauten, Automatisierung, Elektrotechnik, Logistik und auch Kunststoffverarbeiter.

Lucia Lednárová Dítětová

Elektrofahrzeuge bringen neue Anforderungen an Leichtbaukonstruktionen, Batteriegehäuse, Isolierelemente, Steckverbinder, technische Spritzgussteile und Materialien mit sich, die anspruchsvolle Sicherheits-, Wärmeanforderungen und Qualitätsvorgaben erfüllen müssen.

Für die Kunststoffindustrie ist die Elektromobilität daher ein viel breiteres Thema als der bloße Verkauf von Elektroautos. Es ist ein Thema der Materialien, der Teilekonstruktion, der Kunststoffverarbeitung und der Fähigkeit der Zulieferer, auf neue Anforderungen der Automobilbranche zu reagieren.

Schulen und Unternehmen müssen sich stärker vernetzen

Wenn sich die Produktion verändert, muss sich auch die Ausbildung der Menschen verändern. Duale Ausbildung ist besonders dann sinnvoll, wenn der Schüler die Technologie nicht nur im Lehrbuch sieht, sondern im realen Unternehmensumfeld.

Genau hier haben die Exzellenzzentren für Berufsbildung – CEOVP eine wichtige Rolle. Ihr Ziel ist es, digitale Kompetenzen, kritisches Denken und eine bessere Vorbereitung der Schüler auf die Praxis zu stärken.

Von links Mgr. Klaudius Šilhár, PhD., Mgr. Bibiana Lazarová, Mgr. Mariana Mlčúchová, Mgr. Vladimír Pálfi, Moderatorin Mgr. Monika Kubincová

Entscheidend wird jedoch sein, ob es gelingt, mehr reale Firmenaufträge, Mentoren aus der Praxis und Technologien in die Bildung einzubinden, mit denen junge Menschen nach ihrem Berufseinstieg konfrontiert werden.

Generation Z braucht Sinn, nicht Floskeln

Teil des Programms war auch die Diskussion über die Generation Z, geleitet von Ing. Milan Ráchela, Direktor der privaten Automobilfachschule Duálna akadémia. Eine wichtige Botschaft war, dass junge Menschen kein Problem, sondern eine Chance sind.

Sie haben eine andere Kommunikationsweise, andere Erwartungen und fragen oft stärker nach dem Sinn der Arbeit. Für Unternehmen kann das herausfordernd, aber auch nützlich sein. Wenn sie junge Menschen für technische Berufe gewinnen wollen, müssen sie ihnen reale Technologien, Perspektiven und konkrete Einsatzmöglichkeiten aufzeigen.

Die bloße Behauptung, dass „Technik Zukunft hat“, reicht nicht mehr aus. Junge Menschen müssen sehen, wo sie sich weiterentwickeln können und warum ihre Arbeit von Bedeutung ist.

Fazit

Die Konferenz CEOVP – Game Changer hat gezeigt, dass Berufsbildung nicht nur ein Thema der Schulen ist. Es ist auch ein Thema der Unternehmen, der Fertigung und der künftigen Wettbewerbsfähigkeit der Industrie.

Elektromobilität, Digitalisierung und Automatisierung verändern bereits heute die Anforderungen an Menschen in der Produktion. Wenn Schulen und Unternehmen darauf reagieren wollen, müssen sie weitaus praxisorientierter zusammenarbeiten als bisher.

Für Industrieunternehmen, einschließlich der Kunststoffverarbeiter, ist die Botschaft klar: Neue Technologien zu kaufen reicht nicht aus. Man muss Menschen haben, die sie verstehen.

Autor: Redaktion PlasticPortal
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