K 2022: Rohstoffe, Forum Kreislaufwirtschaft, Pressekonferenzen, große Fotogalerie, Hallen 5-8
Forum Kreislaufwirtschaft auf der K 2022
In diesem Jahr fand auf der K in Düsseldorf erneut das Forum Kreislaufwirtschaft statt. Auf dem Freigelände zwischen den Hallen 10 und 16 präsentierten der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA und 13 seiner Mitgliedsunternehmen Schlüsseltechnologien für die Einführung der Kreislaufwirtschaft in der Kunststoffindustrie.
Alle teilnehmenden Unternehmen waren neben ihren Messeständen in den Ausstellungshallen auch auf dem Forum Kreislaufwirtschaft vertreten. Arburg, Coperion, Engel, Erema, Kurtz-Ersa, Lindner, R-Cycle, Vecoplan nahmen mit eigenen Pavillons teil, während Battenfeld Cincinnati, Leonhard Kurz, Plasmatreat, Sumitomo (SHI) Demag und Wittmann Battenfeld auf einem Gemeinschaftsstand der Ausstellung des Forums Kreislaufwirtschaft ausstellten. Die Besucher konnten sehen, wie Kunststoffabfälle in hochwertige Regranulate umgewandelt werden oder wie Rezyklate mit verschiedenen Verarbeitungsverfahren zu attraktiven, hochfunktionalen und recyclingfähigen Produkten verarbeitet werden.
BIO-FED
Der Messestand des Unternehmens Bio-Fed widmete sich dem Thema Biokunststoffe in all seinen Aspekten. Bio-Fed präsentierte natürliche Biopolymere und biologisch abbaubare Polymere, biomassebilanzierte PP-Compounds sowie organische Füllstoffe und Farbmasterbatches.
Die Biokunststoffe des Unternehmens heißen M Vera und sind größtenteils biologisch abbaubar. Sie können im Spritzgießverfahren, durch Extrusion und durch Thermoformen verarbeitet werden. Für Mulchfolien hat Bio-Fed einen speziellen Typ entwickelt, der gemäß EN 17033 als im Boden abbaubar zertifiziert ist.
Für das Spritzgießen präsentierte das Unternehmen Produkte mit hoher Steifigkeit und einer Temperaturbeständigkeit bis nahezu 100 °C. Ausgestellt wurden auch Materialien, deren Zykluszeiten denen von Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE) ähneln und die mit Standard-Spritzgießwerkzeugen und -maschinen für Polyolefine verarbeitet werden können.
Für die Extrusion und das Thermoformen stellte das Unternehmen OK compost - industriell zertifizierte Produkte vor, die mit unterschiedlichen Anteilen nachwachsender Rohstoffe hergestellt werden. Bio-Fed gibt an, deren mechanische Eigenschaften in Abhängigkeit von den jeweiligen spezifischen Anwendungen anpassen zu können.
SABIC
Die Elektromobilität stand im Mittelpunkt des Programms von Sabic auf der diesjährigen K, auf der der Kunststoffhersteller seine Initiative Bluehero vorstellte. Dieses Ökosystem umfasst Materialien, Fachwissen und Programme für die Elektrifizierung von Fahrzeugen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz flammhemmender Materialien zur Verbesserung der Strukturkomponenten von Batterien und zur Entwicklung neuer Komponenten.
Am Messestand wurden beispielsweise fortschrittliche Thermoplaste ausgestellt, die laut Sabic erhebliche Vorteile gegenüber Metallen bieten. Beim Einsatz für Batterien sowie Elektro- und Ladekomponenten von Elektrofahrzeugen reduzieren sie das Gewicht und die Systemkomplexität und ermöglichen eine größere Gestaltungsfreiheit, während sie zugleich die Fertigung, die Recyclingfähigkeit und die Sicherheit der Insassen verbessern.
Neben der Ausrichtung auf die Automobilindustrie plant Sabic, die Produktion künftig auch auf weitere Branchen und elektrotechnische Technologien auszuweiten. Welche dies genau sein werden, steht noch nicht fest. Potenzielle Bereiche umfassen Energiespeicherung, Ladeinfrastruktur, neue Mobilitätsformen sowie Industrie- und Verbrauchergeräte.
LANXESS
Im Mittelpunkt des Messestands von Lanxess auf der diesjährigen Messe standen Materialien für die Elektromobilität. Zu diesen Materialien gehört ein halogenfreies, nicht brennbares, hydrolysestabilisiertes PBT-Compound mit sehr guten elektrischen Eigenschaften.
Kunststoffkomponenten in Elektrofahrzeugen sind häufig höheren Temperaturen und zugleich sehr hohen Strömen und Spannungen ausgesetzt. Komponenten wie Hochvoltsteckverbinder müssen unter diesen Bedingungen elektrisch isoliert bleiben und dürfen keinen Stromfluss zulassen. Lanxess gibt an, dass sein Compound diese erforderlichen Anforderungen erfüllt.
Der Kunststoffhersteller stellte außerdem einen seriennahen Demonstrator eines Batteriegehäuses aus, das in Zusammenarbeit mit Kautex Textron entwickelt wurde. Ziel dieser Entwicklung war es, die Vorteile von Kunststoffen gegenüber Metallen hinsichtlich Gewichts- und Kostenreduzierung, Funktionsintegration und elektrischem Isolationsverhalten zu demonstrieren.
Neben Materialien, die speziell auf die Elektromobilität ausgerichtet sind, stellte Lanxess Compounds für Fahrerassistenzsysteme vor. Diese sind in modernen Fahrzeugen weit verbreitet und werden künftig noch wichtiger werden. Der Kunststoffhersteller präsentierte PBT- und PA-Compounds für die entsprechenden Radarsensoren und deren Gehäuse.
Entwicklungen im Bereich nachhaltiger Materialien wie Kunststoffe und Verbundwerkstoffe auf Basis recycelter oder biobasierter Rohstoffe waren ebenfalls ein prominenter Bestandteil des Unternehmensstands. So kündigte Lanxess beispielsweise die Markteinführung eines Matrixkunststoffs auf PA6-Basis an, der mit Tepex dynalit-Fasern verstärkt ist und zu mehr als 80 % aus nachhaltigen Rohstoffen besteht.
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BASF
BASF zeigte im Rahmen verschiedener gemeinsamer Projekte mit Kunden, wie sich die CO₂-Emissionen von Produkten deutlich senken lassen. Die Projekte waren in die Bereiche Automobil, Bau, E&E, Verpackung und Konsumgüter unterteilt.
Das Unternehmen entwickelte verschiedene Materialien, die den CO₂-Fußabdruck durch den Einsatz erneuerbarer oder recycelter Rohstoffe reduzieren. Ein entsprechendes biobasiertes Polyurethan wird beispielsweise bereits für Sicherheitsschuhe eingesetzt. Am Messestand wurden auch Outdoorhosen der Marke Vaude aus PA6 Ultramid Ccycled ausgestellt. Die Rohstoffe für das PA werden unter anderem aus chemisch recycelten Altreifen gewonnen.
Die Nachhaltigkeit von Produkten lässt sich auch durch eine lange Lebensdauer und ein geringeres Gewicht erhöhen. Auf der Messe stellte BASF verschiedene Beispiele vor, wie dies erreicht werden kann. Ausgestellt wurden beispielsweise sichere und beständige PA für Hochvoltkomponenten für die Ladeinfrastruktur von Elektrofahrzeugen.
Das Unternehmen stellte außerdem einen umweltfreundlichen Leitungsschutzschalter (MCB) für den E&E-Sektor vor, den es gemeinsam mit Schneider Electric entwickelt hat. Er besteht vollständig aus einem PA6-Compound, das aus Pyrolyseöl aus Altreifen gewonnen wird.
Um das Recycling selbst zu verbessern, stellte BASF verschiedene Additive aus seinem IrgaCycle-Sortiment vor, die die Qualität mechanisch recycelter Kunststoffabfälle erhöhen.
RÖHM
Röhm stellte auf der K 2022 seine neueste Entwicklung im Bereich PMMA vor – Plexiglas Optical HT. Bei diesem Material entfällt die Notwendigkeit, zwischen hoher optischer Qualität und dauerhaft hohen Betriebstemperaturen zu wählen, da es beide Anforderungen erfüllt. Es eignet sich daher beispielsweise für Hochleistungs-LED-Linsen und lange Lichtleiter.
Röhm hat außerdem sein Sortiment an Spezialcompounds für Automobilrückleuchten weiter ausgebaut. Neben farblosem transparentem PMMA oder mit Signalfarben pigmentiertem PMMA bietet das Unternehmen auch verschiedene lichtstreuende Varianten an, deren Lichtstreueigenschaften und Transparenz je nach Produkt variieren. Nach Angaben des Herstellers lassen sich diese Materialien auch mit speziellen Verfahren wie dem Laserschweißen problemlos verarbeiten. Dies erweitert den Gestaltungsspielraum für Rückleuchten, da sich kantige Komponenten mit minimalen Fügestellen kombinieren lassen.
EVONIK
Auf der K 2022 in Düsseldorf stellte Evonik seine neuesten nachhaltigen Lösungen für die Kunststoffindustrie und die Kautschukindustrie vor. Im Rahmen des neuen Konzepts „Next Generation Plastic Solutions“ zeigten die Spezialisten des Chemieunternehmens, wie sie durch die Verbesserung der Leistungsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Recyclingfähigkeit der Produkte von Evonik Verantwortung für eine bessere Welt für künftige Generationen übernehmen.
Evonik hat sein „Global Circular Plastics Program“ ins Leben gerufen, um einen Rahmen zu schaffen, der die Transformation der traditionellen linearen Kunststoffwirtschaft in eine vollständig nachhaltige Kreislaufwirtschaft unterstützt.
Ein weiterer zentraler Bestandteil des Instrumentariums von Evonik für das Wachstum einer Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe ist sein breites Spektrum an Lösungen zur Verbesserung des Kunststoffrecyclings. Dazu gehören Verarbeitungsadditive zur Entschäumung, Benetzung, Entfärbung, Etikettenentfernung sowie zur Geruchskontrolle. Die Additive und Hilfsstoffe von Evonik steigern die Kosteneffizienz des mechanischen Recyclings und die Qualität der Rezyklate erheblich – sie ermöglichen die Herstellung für hochwertige Anwendungen und unterstützen das Ziel von Evonik, bis 2025 die Qualität von mehr als 400 000 metrischen Tonnen recycelbarer Kunststoffe zu verbessern.
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COVESTRO
Die Hauptthemen von Covestro auf der K 2022 waren: Gestaltung einer Kreislaufwirtschaft und Gestaltung eines nachhaltigen Lebens.
Mit dem Wandel von einer linearen Wirtschaft zu einer Kreislaufwirtschaft schont Covestro natürliche Ressourcen und überwindet das traditionelle Abfallkonzept. Indem das Unternehmen die Transformation zur Kreislaufwirtschaft vorantreibt, trägt es auch zur Klimaneutralität (bei Emissionen aus der eigenen Produktion und Emissionen aus externen Energiequellen) und zum Erreichen von Nullemissionen bei.
Auf der diesjährigen K wurden spannende Beispiele dafür vorgestellt, wie wir das Leben nachhaltiger gestalten können, ohne Kompromisse bei Designmerkmalen und Materialeigenschaften einzugehen. Die Besucher konnten erleben, wie neue und inspirierende Produkte künftig Teil einer vollständig kreislauffähigen Lösung sein können.
ASCEND
Ascend Performance Materials konzentrierte sich auf der K 2022 auf Elektromobilität und Nachhaltigkeit. Zum Angebot des Unternehmens gehörten Polyamide (PA) und die PA-Vorprodukte Acrylnitril und Hexamethylendiamin, die auf erneuerbaren Rohstoffen basieren. Sie sollen voraussichtlich ab 2023 verfügbar sein.
Das Unternehmen präsentierte außerdem weitere PA-Innovationen. Dazu gehört Vydyne Thermaplus, ein hochduktiles PA66, das eine hohe Langzeit-Temperaturbeständigkeit bietet. Ascend stellte zudem seine neue Reihe langkettiger PA vor.
Ausgestellt wurden auch Anwendungen, die Ascend gemeinsam mit Fahrzeugherstellern und Lieferanten entwickelt hat, um die Sicherheit und Leistungsfähigkeit von Elektrofahrzeugen zu erhöhen. Diese basieren hauptsächlich auf hydrolysebeständigen und flammgeschützten Polymeren.
Eine dieser Entwicklungen ist ein Material, das unerwünschte Fahrzeuggeräusche und Umgebungsgeräusche in Elektrofahrzeugen dämpft. Mit Vydyne AVS zeigte Ascend ein PA66, das hochfrequente Schwingungen direkt am Motor wirksam dämpft und den Geräuschpegel im Fahrzeuginnenraum nach eigenen Angaben um bis zu 80 % reduziert.
Sehen Sie sich den ersten Teil der Fotogalerie aus den Hallen 1-4, 9-17 an »
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