Europäische digitale Innovationszentren beschleunigen die Digitalisierung von Unternehmen und öffentlicher Verwaltung

Europäische digitale Innovationszentren beschleunigen die Digitalisierung von Unternehmen und öffentlicher Verwaltung
Der Industriecluster - Združenie inteligentného priemyslu – Industry4UM organisierte ein Online-Diskussionsforum, bei dem er fünf slowakische Vertreter des europäischen Netzwerks digitaler Innovationszentren (EDIH) vorstellte.

Die EDIHs beginnen in diesen Tagen, ihre Dienstleistungen zur Förderung der Digitalisierung und der digitalen Transformation kleiner und mittlerer Unternehmen sowie öffentlicher Einrichtungen anzubieten. Neben Expertendienstleistungen bringen sie auch eine neue Form der Finanzierung des Transfers digitaler Innovationen auf den Markt.

Um eine höhere und nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union (EU) zu erreichen, hat die Europäische Kommission das Förderprogramm „Digitales Europa“ aufgelegt, über das sie in der ersten Phase mehr als 130 EDIHs in allen EU-Mitgliedstaaten eingerichtet hat. Aus dem Auswahlverfahren der Kommission gingen auch fünf slowakische Digital- und Innovationszentren erfolgreich hervor - Centrum inovatívneho zdravotníctva, EDIH CASSOVIUM, EXPANDI 4.0, HOPERO und Slovenské centrum digitálnych inovácií. Die slowakischen EDIHs bestehen aus Konsortien renommierter Unternehmen mit hoher Expertise in verschiedenen Fachgebieten.

Die Aufgabe der europäischen digitalen Innovationszentren besteht darin, die Digitalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen sowie öffentlicher Einrichtungen zu fördern, sie bei digitalen Innovationsprozessen zu begleiten und die für deren Umsetzung erforderlichen Kompetenzen zu entwickeln. „Die EDIHs sind zentrale Anlaufstellen, die dabei helfen, technologische Kompetenzen aufzubauen, Know-how im Bereich der Digitalisierung in die Unternehmen zu bringen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten“, erklärte Lucia Martišková, Leiterin der Abteilung für die Umsetzung von Investitionen und  Projekten des Ministeriums für Investitionen, Regionalentwicklung und Informatisierung der Slowakischen Republik.

Neue Form der Finanzierung des Technologie- und Innovationstransfers

Das EDIH-Format führt ein einzigartiges Modell der Dienstleistungserbringung ein, bei dem die Hälfte des Werts der gewählten Dienstleistung aus dem Aufbau- und Resilienzplan als Beihilfe im Rahmen der DE-MINIMIS-Regelung finanziert wird und die andere Hälfte aus dem direkt verwalteten Programm der Europäischen Kommission – Digitales Europa. Interessenten erhalten die Dienstleistungen somit kostenlos. Wer die Mittel aus der Förderregelung bereits ausgeschöpft hat oder nicht darunter fällt, bezahlt die Dienstleistung aus eigenen Mitteln. František Jakab von EDIH CASSOVIUM stellt fest: „Mit diesem Konzept führen wir eine neue Form der Finanzierung des Technologie- und Innovationstransfers ein. Abgesehen vom erhöhten Steuerabzug erhalten Unternehmen derzeit keine Förderung für Forschung, Entwicklung und Innovation.“ Die EDIHs betrachten dieses Modell als wirksames Instrument zur Beschleunigung von Innovationen, Digitalisierung und digitaler Transformation in Organisationen.

Industry4UM - Digitalisierung der Industrie, Industrie 4.0, Online-Forum  
Diskussionsteilnehmer (Von links: Martin Morháč – Industry4UM, František Jakab – EDIH Cassovium, Michal Kompan - HOPERO, Ján Frankovský – Centrum zdravotníckych informácií, Lucia Martišková – MIRRI SR, Emil Fitoš - Slovenské centrum digitálnych inovácií, Artur Bobovnický – EXPANDI 4.0, Diskussionsmoderator Ján Mečiar) 

 

Zu den Dienstleistungspaketen der EDIHs gehören beispielsweise die Bewertung des digitalen Reifegrads, die Möglichkeit, Lösungen vor einer Investition zu erproben, sowie die Verbesserung der digitalen Kompetenzen der Beschäftigten. Die digitalen Zentren schaffen außerdem Möglichkeiten zur Vernetzung, zum Austausch bewährter Praxisbeispiele sowie zur Verknüpfung innerhalb digitaler Ökosysteme und helfen auch bei der Beschaffung finanzieller Unterstützung für Digitalisierungsprojekte. „Die EDIHs haben einen Beratungsauftrag, sie begleiten Unternehmen und Organisationen auf dem Weg in ihre digitale Zukunft. Sie wurden nicht gegründet, um kommerziellen Unternehmen Konkurrenz zu machen, sondern ergänzen deren Dienstleistungen“, erläutert Martin Morháč, Vertreter von Industry4UM, dem Veranstalter der Diskussion. Mit diesem Modell erhalten auch jene Organisationen Zugang zu den Dienstleistungen, für die vergleichbare Angebote bislang aus Kapazitäts- oder finanziellen Gründen nicht zugänglich waren.

Praxisorientierte Weiterbildung – Voraussetzung für die Entwicklung

Jedes der Zentren betrachtet die Weiterbildung als einen wesentlichen Bestandteil seiner Tätigkeit, und deshalb ist sie im Dienstleistungsportfolio aller EDIHs zu finden. „Wir alle wissen, dass der derzeitige Ausbildungsstand der Absolventen weitere Weiterbildung erfordert, und dabei geht es nicht
um ihre Qualität oder mangelnde Qualität. Die Entwicklung verläuft schnell, deshalb müssen wir lebenslang lernen und in den Unternehmen ein Wissensportfolio aufbauen, damit sie sich im Bereich der Digitalisierung qualifiziert weiterentwickeln können“, stellt Artur Bobovnický von EXPANDI 4.0 fest. „Es ist jedoch alarmierend, dass wir als einziges Land der Europäischen Union keine Strategie und kein Konzept für lebenslanges Lernen gesetzlich verankert und in die Praxis umgesetzt haben, obwohl immerhin 32% der Beschäftigten in der Industrie arbeiten“, betont Emil Fitoš von Slovenské centrum digitálnych inovácií.

Ján Frankovský von Centrum zdravotníckych informácií sieht das zentrale Problem der Organisationen im Mangel an systemischen und strategischen Lösungen. Auch im Namen der anderen EDIHs fasst er zusammen: „Den vorrangigen Bedarf sehen wir in der Weiterbildung, in der wir einen Überblick darüber geben, welche Möglichkeiten es bei der Digitalisierung gibt und welchen Nutzen sie bringen. Wir wollen Aktivitäten anstoßen, die Ergebnisse erzielen und inspirieren.“ Nach Ansicht der EDIHs sind auch Veränderungen in der Haltung der Unternehmensleitungen zur Digitalisierung, der Abbau von Vorurteilen und die Überwindung von Widerständen gegen Veränderungen aktuelle Themen. „Wir werden mobilisierende Veranstaltungen anbieten, aktiv auf Organisationen zugehen und Lösungen anhand von Alltagssituationen vorstellen, damit sich die Organisationen besser vorstellen können, wie sie vom Einsatz künstlicher Intelligenz profitieren könnten“, ergänzt Michal Kompan für EDIH HOPERO. Bei der Einführungskommunikation, die den Auftrag der EDIHs sowie die Möglichkeiten und Wege zur Nutzung ihrer Dienstleistungen vorstellen wird, werden die Zentren koordiniert vorgehen.

Autor: Industry4UM
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