Wissen Sie, wie Sie das Beschlagen von Fenstern vermeiden können?
Als Beschlagen bezeichnen wir die Kondensation von Feuchtigkeit an Oberflächen im Innenraum. Voraussetzung dafür ist eine hohe Luftfeuchtigkeit im Haushalt in Verbindung mit einer niedrigen Temperatur der Baukonstruktion.
Es gibt Normen und Verordnungen zur Luftfeuchtigkeit und sogar zur Belüftung von Wohn- und Nichtwohnräumen. Die zulässige Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen beträgt 30 – 70 %, empfohlen wird ein Bereich von 45 bis 60 %. „Für die menschliche Gesundheit ist es optimal, wenn die Luftfeuchtigkeit im Haushalt zwischen 45 und 55 % liegt“, verrät Milan Klepsa, Vertreter des Unternehmens VEKA in Tschechien und der Slowakei, das zu den weltweit führenden Herstellern von Kunststoffprofilen der Klasse A für Fenster und Türen gehört.
Taupunkt und beschlagene Fenster
Im Allgemeinen gilt: Je höher die Lufttemperatur, desto höher ist auch der Wasserdampfgehalt der Luft. Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der die Luft maximal mit Wasserdampf gesättigt ist und ihre relative Luftfeuchtigkeit somit 100 % beträgt. Sinkt die Temperatur unter diesen Punkt, kommt es zur Kondensation.
Natürlich kann Feuchtigkeit nicht nur an Kunststofffenstern, sondern auch an Holz- oder Aluminiumfenstern kondensieren. Am häufigsten tritt Kondensation an drei Stellen auf – an der Außenseite der Fenster, zwischen den Scheiben der Isolierverglasung und an der Innenseite der Fenster.
Feuchtigkeitskondensation an der Außenseite
Wenn an einem kühlen Morgen die von den ersten Sonnenstrahlen erwärmte Luft auf Fensterscheiben trifft, die noch die Temperatur der nächtlichen Luft haben, kondensiert Feuchtigkeit am unteren Rand der äußeren Scheibe. Was sollte man gegen eine solche Kondensation tun? „Ich empfehle, überhaupt nichts zu unternehmen. Das Fenster und die Fensterlaibung sind auf das Auftreten von Wasser ausgelegt. Dass die äußere Scheibe die Temperatur der Außenluft annimmt und nicht durch die Raumluft erwärmt wird, ist ein Beweis dafür, dass das Fenster richtig dämmt“, erklärt Milan Klepsa.
Beschlagen der Fenster zwischen den Scheiben der Isolierverglasung
Der Scheibenzwischenraum einer Zweifach- oder Dreifach-Isolierverglasung ist mit Edelgasen gefüllt, meist mit Argon. Der Abstandhalter verschließt den Scheibenzwischenraum hermetisch, damit die Edelgase nicht entweichen und umgekehrt kein Wasserdampf eindringen kann. Sobald Wasserdampf ins Innere gelangt, beginnt das Kunststofffenster zwischen den Scheiben zu beschlagen. Das ist ein gravierendes Problem, das Sie umgehend mit Ihrem Fensterfachbetrieb klären sollten. Das Eindringen von Feuchtigkeit zwischen die Scheiben deutet nämlich auf eine beeinträchtigte Luftdichtheit und damit auch auf eine erhebliche Verschlechterung der Dämmwerte hin. „Solange die Garantie gilt, ist dies auch ein Grund für eine Reklamation der Fensterscheiben“, ergänzt Milan Klepsa.
Beschlagen der Fenster von innen und 3 Tipps, wie Sie Abhilfe schaffen
Die Ursache für das Beschlagen der Fenster von innen ist meist eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Raum. Morgens, wenn die Außentemperatur deutlich sinkt und die innere Scheibe abkühlt, kondensiert Wasserdampf an den Fenstern. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass Sie minderwertige Fenster gekauft haben. Moderne Fenster schließen so dicht, dass kein Austausch der warmen Raumluft mit der trockenen Außenluft stattfindet. Wenn Sie nicht richtig lüften, bleibt deshalb die hohe Luftfeuchtigkeit in der Wohnung erhalten, und beim morgendlichen Temperaturrückgang kondensiert die Feuchtigkeit einfach.
Drei Tipps, die Ihnen helfen, die Kondensation von Feuchtigkeit im Innenraum im Winter in den Griff zu bekommen:
- Stoßlüften – Lüften Sie im Winter intensiv, idealerweise bei vollständig geöffnetem Fenster mindestens dreimal täglich für jeweils höchstens fünf Minuten. In der Heizperiode empfehlen wir weder längeres Lüften noch die Nutzung der Spaltlüftung. Dies würde unnötig zu erheblichen und auch unwirtschaftlichen Wärmeverlusten sowie zur Abkühlung der Wohnungswände führen.
- Heizkörper nicht verdecken – Wenn eine zu breite Fensterbank den Heizkörper verdeckt, gelangt die warme Luft nicht an die gesamte Fensterfläche. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Oberflächentemperatur der Scheibe unter den Taupunkt sinkt und die Feuchtigkeit zu kondensieren beginnt.
- Dunstabzugshaube und Lüfter einschalten – Schalten Sie beim Kochen die Dunstabzugshaube ein, die neben Gerüchen auch Wasserdampf absaugt. Vergessen Sie im Badezimmer nicht, den Lüfter einzuschalten, und schließen Sie beim Duschen die Tür, damit sich der Wasserdampf nicht in den übrigen Räumen ausbreitet.
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