Der Anteil an Biokunststoffen lässt sich mit der Radiokarbonmethode überprüfen

In den letzten Jahren hat Greenwashing Markeninhaber dazu gezwungen, nach kreativen Lösungen zu suchen, um nachzuweisen, dass ihre Verpackungsmaterialien tatsächlich pflanzenbasiert sind. Mit der Methode zur Bestimmung des Kohlenstoffisotops 14C, die üblicherweise mit der Datierung archäologischer Funde in Verbindung gebracht wird, lässt sich überprüfen, ob die Verpackung den beworbenen Anteil an Biokunststoffen enthält.

Immer mehr Verpacker von Konsumgütern setzen bei ihren Verpackungen auf erneuerbaren, pflanzenbasierten Kunststoff oder auf eine Kombination aus erdöl- und pflanzenbasierten Polymeren. Eine seit Langem bewährte Prüfmethode — die eher mit Archäologie als mit Verpackungen in Verbindung gebracht wird — kann ihnen dabei helfen nachzuweisen, dass die Verpackung die beworbene Menge an biobasiertem Kunststoff enthält. Bei dieser Methode handelt es sich um die Radiokarbonprüfung.

Die Radiokarbonprüfung (auch Kohlenstoff-14-Prüfung genannt) wird üblicherweise zur Altersbestimmung von Fossilien und anderen alten organischen Materialien eingesetzt und eignet sich aufgrund ihres Kohlenstoffgehalts auch zur Analyse von Kunststoffen.

Mithilfe von Prüfverfahren, die die relativen Konzentrationen von Kohlenstoff-14-Isotopen in einer Verpackungsprobe bestimmen, können Labortechniker anhand des prozentualen Anteils an vorhandenem Kohlenstoff-14 berechnen, welcher Anteil des Materials pflanzenbasiert und welcher erdölbasiert ist.

Wird beispielsweise bei einem Verpackungsmaterial ein Kohlenstoff-14-Anteil von 75% festgestellt, enthält das Material 75% erneuerbaren, pflanzenbasierten Kunststoff und 25% erdölbasierten Kunststoff.

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Aussagen über nachhaltige Verpackungen durch wissenschaftliche Nachweise zu belegen, hat an Bedeutung gewonnen, da Greenwashing — die Praxis, falsche Angaben zur Umweltfreundlichkeit zu machen — alltäglich geworden ist und die Verbraucher skeptisch gemacht hat.

Nachhaltigkeitszertifizierungen sind eine Möglichkeit, diese Skepsis zu überwinden, und einige unabhängige Zertifizierungsorganisationen stützen sich auf die Ergebnisse von Radiokarbonprüfungen, um den pflanzenbasierten und den erdölbasierten Anteil eines Kunststoffprodukts oder einer Verpackung zu bestätigen.

Das BioPreferred-Programm des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) bietet beispielsweise das Label USDA Certified Biobased Product an, und das Prüf- und Zertifizierungsunternehmen TÜV Austria vergibt die Zertifizierung „OK biobased“.

„Die Qualifizierung für das freiwillige Produktlabel des USDA BioPreferred-Programms erfordert ASTM D6866 -Messungen durch ein ISO 9001-konformes Labor“, sagt Jordan Turner, Marketingkoordinator bei Beta Analytic, einem Labor, das diese beiden Kriterien erfüllt und eines von nur zwei zugelassenen Prüflaboren für die Analyse des biobasierten Anteils ist. Beta verwendet die Beschleuniger-Massenspektrometrie zur Durchführung von Radiokarbonprüfungen.

Autor: Red.
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