Trotz der großen Herausforderungen des Jahres 2022 wurden in der Tschechischen Republik insgesamt 1,25 Mio. Fahrzeuge hergestellt

Trotz der großen Herausforderungen des Jahres 2022 wurden in der Tschechischen Republik insgesamt 1,25 Mio. Fahrzeuge hergestellt
Das Jahr 2022 war für die tschechische Automobilindustrie von zahlreichen Herausforderungen geprägt. Trotz des anhaltenden Halbleitermangels, des Krieges in der Ukraine und der Schwierigkeiten in den Produktions- und Logistikketten wurden von Januar bis Dezember insgesamt 1 249 281 Straßenfahrzeuge hergestellt. Nach drei Jahren mit rückläufigen Produktionsmengen verzeichnet die tschechische Automobilindustrie damit wieder einen Produktionsanstieg von +9,4 %.

Einen Produktionsanstieg gegenüber dem Vorjahr verzeichnen sowohl die Hersteller von Personenkraftwagen mit +10,2 % (1 217 787 Stück), Bussen mit +7,6 % (5 322 Stück), Lastkraftwagen mit +6,7 % (1 347 Stück), Motorrädern mit +56,9 % (1 624 Stück) als auch von großen Anhängefahrzeugen über 3,5 t mit +11,2 % (2 441 Stück). Einen Produktionsrückgang verzeichnete lediglich die Kategorie der kleinen Anhängefahrzeuge bis 3,5 t mit -23,2 % (20 760 Stück). Das Segment der Fahrzeuge mit Elektroantrieb überschritt im vergangenen Jahr die Marke von 11 % der gesamten Kraftfahrzeugproduktion, wobei insgesamt 134 944 elektrische Personenkraftwagen und 56 Elektrobusse hergestellt wurden.

„Die tschechische Automobilindustrie war in ihrer Geschichte wohl noch nie mit so umfassenden Herausforderungen konfrontiert wie im vergangenen Jahr. In der weltweit eng vernetzten Branche machten sich weiterhin der weltweite Halbleitermangel, Schwierigkeiten in den Lieferketten und der Logistik, die Nachwirkungen der COVID-Epidemie in China, der extreme Anstieg der Energiepreise, die hohe Inflation sowie die Festlegung des Verkaufsendes für Fahrzeuge mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren oder der neu vorgestellte Vorschlag für die Abgasnorm Euro 7/VII bemerkbar, der die Verfügbarkeit von Fahrzeugen sowie den Übergang zu emissionsfreier Mobilität erheblich gefährdet. Trotz dieser Schwierigkeiten gelang es den Endherstellern, die Produktion gegenüber dem Vorjahr um +9,4 % zu steigern und damit ein Volumen von 1,25 Millionen produzierten Fahrzeugen zu erreichen. Auf die anhaltende Volatilität und Produktionsschwankungen müssen wir uns jedoch auch im Jahr 2023 einstellen. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass die Ausfälle eher kurzfristiger Natur sein werden und es uns insgesamt weiterhin gelingen wird, die Produktion in Richtung des Vorkrisenniveaus zu steigern. Angesichts des bestehenden Auftragsvolumens und der weiterhin guten Nachfrage nach heimischen Fahrzeugen nicht nur in der EU ist zu erwarten, dass die Automobilindustrie auch im Jahr 2023 einen positiven Beitrag zur tschechischen Wirtschaft leisten wird“, sagt Martin Jahn, Präsident des Verbands der Automobilindustrie. 

Personenkraftwagen

Im Jahr 2022 wurden in der Tschechischen Republik insgesamt 1 217 787 Personenkraftwagen hergestellt, d. h. 10,2 % mehr als im Vorjahr. Für den heimischen Markt waren 87 736 Fahrzeuge bestimmt, also 9,7 % weniger als im Vorjahr. Mehr als 92 % der hergestellten Autos (1 130 051 Stück) gingen auf ausländische Märkte. Der Fahrzeugexport verzeichnete damit im Vorjahresvergleich hingegen einen Anstieg von 12 %.

ŠKODA AUTO stellte in den heimischen Werken im Jahr 2022 insgesamt 693 032 Fahrzeuge her (+1,9 %). Auf dem tschechischen Markt wurden 71 152 Fahrzeuge abgesetzt (-11,0 %), für die Auslandsmärkte waren 621 880 Fahrzeuge bestimmt (+3,5 %).

Im Vorjahresvergleich entwickelte sich vor allem das Werk von Toyota in Kolín positiv. Trotz der Chipkrise steigerte es die Produktion gegenüber dem Vorjahr um 34,9 % auf insgesamt 202 255 Autos. Einen deutlichen Anstieg verzeichnete Toyota sowohl auf dem heimischen Markt (+96,5 %) als auch im Export (+34,4 %).

Auch Hyundai in Nošovice entwickelte sich positiv. Im Jahr 2022 produzierte das Werk insgesamt 322 500 Autos (+ 17,3 %), von denen 308 243 Fahrzeuge exportiert (+19 %) und 14 257 auf dem heimischen Markt abgesetzt wurden (-10,9 %). Das seit Langem beliebteste Modell TUCSON machte mehr als 70 % der Produktion aus.

Von der Gesamtzahl der produzierten Personenkraftwagen waren insgesamt 134 944 Stück elektrisch; dies entspricht einem Anteil an der Gesamtproduktion von 11,0 %. Es wurden 87 086 batterieelektrische Fahrzeuge (d. h. 7,2 %) und 47 858 Plug-in-Hybride (PHEV) (d. h. 3,9 %) hergestellt. Der Anteil elektrischer Fahrzeuge an der Produktion von ŠKODA AUTO betrug 10,4 %, an der Produktion von Hyundai sogar fast 20 %.

Busse

Im Jahr 2022 wurden in Tschechien 5 322 Busse hergestellt (+7,6 %), 649 Busse waren für den heimischen Markt bestimmt (-5,5 %), die übrigen 4 591 wurden exportiert (+0,0 %). Bei IVECO CR in Vysoké Mýto wurden 4 766 Busse hergestellt, also 9,2 % mehr als im Vorjahr. SOR Libchavy konnte 520 Busse herstellen (-5,8 %), davon waren 42 Stück mit rein elektrischem Antrieb ausgestattet (d. h. ein Anteil von 8,0 %). ŠKODA Electric stellte im vergangenen Jahr 14 Busse her.

Lastkraftwagen

Das Unternehmen TATRA Trucks, das unter den Mitgliedern des Verbands der Automobilindustrie der einzige Lastkraftwagenhersteller ist, erlebte ein weiteres erfolgreiches Jahr. Im Jahr 2022 stellte es 1 347 Fahrzeuge her, also 85 Stück mehr als im Jahr 2021 (d. h. +6,7 %). Die Produktion von TATRA war sowohl für den Export (629 Stück) als auch für den Inlandsverkauf bestimmt, für den 697 Fahrzeuge vorgesehen waren.

Motorräder

Auch die Motorradproduktion der Marke JAWA Moto stieg im Jahr 2022. Die Gesamtzahl von 1 624 produzierten Maschinen bedeutet ein deutliches Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 56,9 %. JAWA war vor allem auf dem tschechischen Markt mit 1 017 verkauften Stück erfolgreich (+28,6 %). Exportiert wurden 607 Maschinen (+148,8 %).

Anhängefahrzeuge

Im Segment der Anhängefahrzeuge wurden insgesamt 23 201 Anhänger und Sattelanhänger hergestellt, d. h. 20,6 % weniger als im Vorjahr. Der Gesamtrückgang des Segments war vor allem auf das Unternehmen AGADOS zurückzuführen, das kleine Anhänger bis 3,5 t produziert. Davon stellte es im Jahr 2022 insgesamt 20 760 Stück her, also 23,2 % weniger als im Vorjahr. In Tschechien verkaufte das Unternehmen 11 570 Stück (-30,0 %). In den Export gingen 9 742 Stück (-3,6 %). Ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr verzeichneten hingegen die Hersteller im Segment der großen Anhänger und Sattelanhänger. Das Unternehmen PANAV stellte 475 Anhänger und Sattelanhänger her, d. h. 63 Stück mehr als im Vorjahr
(+15,3 %). In Tschechien lieferte es 390 Stück aus, 78 Stück wurden exportiert. Auch die Produktion des Unternehmens Schwarzmüller stieg, das im Jahr 2022 insgesamt 1 966 große Anhängefahrzeuge herstellte (+10,2 %). Für den heimischen Absatzmarkt war in diesem Jahr die gleiche Anzahl von Anhängefahrzeugen bestimmt wie im Vorjahr, nämlich 776 Stück (+0,0 %), exportiert wurden 1 665 Stück (+19,2 %).

Autor: autoSAP
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