Preisberichte für Kunststoffgranulate: Volatilität der Rohstoffe und steigende Polymerpreise

Preisberichte für Kunststoffgranulate: Volatilität der Rohstoffe und steigende Polymerpreise
Anfang vergangener Woche erreichten die Rohstoff- und Energiepreise die höchsten Niveaus der letzten 10 Jahre. Der Rohölpreis lag bei 139 USD/Barrel, NAPHTHA (Rohbenzin) bei 1 121,7 USD/t und der Erdgaspreis bei 227,201 Euro/MWh. Die Polymerhersteller reagierten schnell auf die Entwicklung am Montag, und umgehend wurde eine weitere Erhöhung der Polymerpreise um 100 – 150 EUR/t angekündigt.

Infolgedessen liegen die Polyolefinpreise um 200-250 €/t über dem Niveau vom Februar. Die Polyolefinpreise lagen bei LDPE, PPC und PPR höher, während sie sich bei HDPE und PPH der Marke von 2 000 €/t näherten.

Obwohl es am Freitag zu einer Korrektur der Preise für Rohöl, NAPHTHA und Erdgas nach unten kam, ist festzuhalten, dass die NAPHTHA-Preise weiterhin um 20,7 % über dem Stand vom 28. Februar liegen. Sollte dies so bleiben, müssen wir uns auf eine Preiserhöhung bei Olefinmonomeren um mindestens 200 Euro einstellen. Die Polymerhersteller schließen jedoch nicht aus, dass die Monomerpreise im April gegenüber Anfang März um 300 oder sogar 400 Euro pro Tonne höher liegen werden. Wahrscheinlich wird die deutliche Erhöhung der Monomerpreise nicht in einem einzigen Schritt erfolgen. In der kommenden Woche sind eine Neuverhandlung und eine Erhöhung der Monomer-Kontraktpreise für März möglich. Darauf wird ein Anstieg der Polymerpreise in mindestens gleichem Tempo folgen. Die derzeitigen Margen der Polymerhersteller decken ihre Kosten nicht, sodass sie ihre Spreads sehr wahrscheinlich erhöhen müssen. Nach Angaben einiger Polymerhersteller ist eine Erhöhung des Spreads um mindestens 200 Euro erforderlich, d. h., die Erhöhung der Polymerpreise muss die Veränderung der Monomerpreise um mindestens 200 Euro übersteigen.

Die Polymerhersteller bereiten sich auf weitere Preiserhöhungen vor. Dies zeigt sich auch daran, dass die meisten ihre Kunden nur im Rahmen der vereinbarten Zuteilung beliefern. Auf dem Markt gibt es weder überschüssige Mengen noch Spotmengen. Aufgrund der unvorhersehbar steigenden Preise versuchen sie, den Verkauf zu begrenzen. Sie arbeiten mit kurzfristigen Angeboten mit einer Gültigkeit von einer Woche oder sogar weniger. In den südlichen Regionen (SCE) ist auch eine tägliche Preisfestsetzung durch die Distributoren nicht ungewöhnlich.

Die steigenden Energiekosten haben auch erhebliche Auswirkungen auf die Polymerhersteller. Der seit November 2021 festgelegte Energiezuschlag wurde bislang nur von einem oder zwei Polymerherstellern angewendet. Vergangene Woche kündigten mehrere Polymerhersteller an, ab April einen Energiezuschlag einzuführen. Die Höhe ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich, doch nach vorläufigen Informationen wird der geplante Zuschlag zwischen 50 und 500 €/t liegen. Es gab jedoch auch einen europäischen Polymerhersteller, der bereits im März Aufträge unter Hinzurechnung eines Energiezuschlags von 50 € ausführte.

Die erwartete Erhöhung der Monomerpreise, die Ausweitung der Spreads der Polymerhersteller und der Energiezuschlag könnten im April zu um bis zu 400 - 600 € pro Tonne höheren Polymerpreisen führen. Dies bedeutet, dass einige Polyolefinpreise die Marke von 2 500 EUR/t überschreiten werden. Der voraussichtlich lang andauernde russisch-ukrainische Krieg und die anschließende Verschärfung der Sanktionen könnten die Unsicherheit am Markt und damit auch die Schwankungen der Rohstoffpreise verstärken. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass die Preise für PE und PP im Mai eine weitere historische Preisschwelle überschreiten und bis auf 3 000 Euro pro Tonne steigen werden.

Und wie reagieren die Kunststoffverarbeiter auf diese Situation? Die Reaktionen sind gemischt. Einige versuchen, ihre Kunden zu halten, und erhöhen die Preise nur langsam. Die größten Probleme haben Verarbeiter, die an Quartals- oder Halbjahrespreise oder an noch länger geltende Preise gebunden sind. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Verträge bald neu verhandelt werden.

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Autor: László Bűdy
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