Die Automobilindustrie in der EU im Jahr 2025: Zuwachs bei den Neuzulassungen, Produktionsdruck und stärkerer Wettbewerb
Das Jahr 2025 brachte dem globalen Automobilmarkt eine leichte Erholung. Laut dem Bericht der ACEA stiegen die weltweiten Neuzulassungen von Pkw um 3,5 % auf 77,6 Millionen Fahrzeuge. Hauptwachstumsmotor war Asien, allen voran China, wo der Absatz um 5,5 % auf 24,2 Millionen Fahrzeuge zulegte. Der Anstieg wurde durch staatliche Anreize, die Erneuerung der Fahrzeugflotten sowie eine Politik zur Förderung neuer Energiefahrzeuge unterstützt.
Europa wuchs deutlich langsamer. In ganz Europa stiegen die Neuzulassungen um 1,4 %, in der Europäischen Union um 1,8 % auf 10 822 831 neue Pkw. Obwohl dies nach einem schwachen Jahresstart ein positives Ergebnis darstellt, liegt der EU-Markt immer noch etwa 2,2 Millionen Fahrzeuge unter dem Niveau von 2019, also etwa 17 % unter dem Vor-Pandemie-Niveau. Das bedeutet, dass sich die europäische Automobilindustrie zwar stabilisiert, aber ihre volle Leistungsfähigkeit noch nicht wieder erreicht hat.
Innerhalb der EU entwickelten sich die einzelnen Märkte ungleichmäßig. Deutschland behauptete seine Position als größter Markt mit knapp 2,86 Millionen Neuzulassungen und einem Plus von 1,4 %. Deutlich wuchs Spanien, das sich um 12,9 % verbesserte, sowie Polen mit einem Zuwachs von 8,3 %. Im Gegensatz dazu gingen die Zulassungen in Frankreich um 5 % und in Italien um 2,1 % zurück. Gerade diese Unterschiede zeigen, dass der europäische Markt nicht homogen ist und nationale Anreize, Investitionen und die Verbraucherstimmung weiterhin über die Performance entscheiden.
Ein deutlicher Trend des Jahres 2025 war die weitere Veränderung der Antriebsstruktur. Hybridautos wurden zur meistverkauften Wahl in der EU und erreichten einen Anteil von 34,5 %. Batterieelektrische Fahrzeuge steigerten ihren Anteil auf 17,4 % und Plug-in-Hybride auf 9,4 %. Zusammen machten elektrifizierte Antriebe damit mehr als die Hälfte der Neuzulassungen aus. Gleichzeitig sank der gemeinsame Anteil von Benzin- und Dieselfahrzeugen auf 35,5 %, nachdem er im Jahr zuvor noch 45,2 % betragen hatte. Die Elektrifizierung ist somit kein Randthema mehr, sondern die Hauptrichtung, in die sich der europäische Markt bewegt.
Interessant sind auch die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. Dänemark erreichte einen Anteil von 68,5 % bei batterieelektrischen Fahrzeugen, die Niederlande 40,2 % und Belgien 34,7 %. Im Gegensatz dazu zählten Polen und Italien zu den Märkten, auf denen hauptsächlich Hybride dominierten. Für Hersteller und Zulieferer bedeutet dies, dass sich der europäische Markt weiter diversifizieren wird und eine einheitliche Strategie für alle Länder nicht mehr ausreichen wird.
Auch auf der Produktionsseite zeigte sich, dass Europa zwar ein bedeutender Automobilstandort bleibt, das Wachstum jedoch sehr fragil ist. Die Pkw-Produktion in der EU stieg 2025 nur um 0,3 % und erreichte 11,47 Millionen Fahrzeuge. Die ACEA führt dieses Ergebnis auf eine schwächere externe Nachfrage und anhaltenden Kostendruck zurück. Während die globale Automobilproduktion um 4,2 % auf 78,7 Millionen Einheiten wuchs, stagnierte die europäische Produktion praktisch. Asien behauptete dabei seine dominante Position mit einem Anteil von 62,1 % an der weltweiten Produktion, während die EU 14,6 % stellte.
Für die Slowakei sind die Daten jedoch sehr günstig. Im Jahr 2025 wurden dort 1 073 050 Pkw produziert, was einem jährlichen Zuwachs von 8,1 % entspricht. Die Slowakei trug somit 9,4 % zur gesamten EU-Produktion bei und zählte zu den stärksten Produktionsländern der Union. Vor der Slowakei lagen nur Deutschland, Spanien und Tschechien, während Länder wie Frankreich hinter ihr zurückblieben. Umgerechnet auf die Größe des Landes ist dies erneut ein außergewöhnlich starkes Ergebnis, das die strategische Bedeutung der slowakischen Automobilindustrie für den gesamten europäischen Sektor unterstreicht.
Interessant ist auch ein Blick darauf, woher die auf dem EU-Markt verkauften Autos stammen. Deutschland produzierte 21 % aller in der Union verkauften Autos, Spanien 13 %, Tschechien 9 %, Frankreich 8 % und die Slowakei 5 %. Zusammen deckten Hersteller aus EU-Ländern 73 % des Marktes ab. Gleichzeitig weist die ACEA jedoch darauf hin, dass in China produzierte Autos bereits 7 % des Absatzes in der EU ausmachen, was die wachsende Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Marken und den zunehmenden Druck durch Importe bestätigt.
Gerade der Außenhandel gehört heute zu den sensibelsten Punkten des europäischen Automobilsektors. Der Wert der Pkw-Importe in die EU sank 2025 um 3,2 % auf 71,9 Milliarden Euro und der Export um 6,2 % auf 147,9 Milliarden Euro. Der Handelsbilanzüberschuss verringerte sich dadurch auf 76 Milliarden Euro, den niedrigsten Stand seit 2021. Beim Volumen stiegen die Importe auf 3,58 Millionen Fahrzeuge, während die Exporte auf 4,49 Millionen zurückgingen. Europäische Hersteller sehen sich damit einer Abschwächung der externen Nachfrage sowie einem wachsenden Zufluss von Autos aus dem Ausland gegenüber.
Besonders ausgeprägt war vor allem die Entwicklung im Verhältnis zu China. China blieb die größte Quelle für Pkw-Importe in die EU, sowohl nach Wert als auch nach Volumen. Im Jahr 2025 stiegen die Importe aus China um 30,7 % auf 1 006 188 Fahrzeuge und überschritten damit erstmals die Grenze von einer Million Einheiten. China stellte zudem 28,1 % aller Pkw-Importe in die EU aus Drittländern. Umgekehrt brach der Export von Pkw aus der EU nach China massiv ein – wertmäßig um 43 % auf 8,3 Milliarden Euro.
Schwächer waren auch die Exporte in die Vereinigten Staaten, wo der Exportwert um 21,4 % auf 30,9 Milliarden Euro sank, wobei die ACEA diese Entwicklung auf steigende Zölle zurückführt. Dagegen verzeichnete die Türkei eine deutliche Erholung, und der Exportwert aus der EU dorthin stieg um 27,9 % auf 15,6 Milliarden Euro. Das Vereinigte Königreich blieb der größte Exportmarkt für in der EU produzierte Autos, sowohl nach Wert als auch nach Volumen.
Gleichzeitig weist die ACEA darauf hin, dass mehr als ein Drittel der in der EU produzierten Autos außerhalb der Union exportiert wird. Im Jahr 2025 betrug dieser Anteil 35,6 %, was nur bestätigt, wie stark exportorientiert die europäische Automobilindustrie ist. Für Hersteller, Zulieferer und die gesamte Lieferkette ist die Entwicklung auf ausländischen Märkten daher entscheidend. Wenn der Export schwächelt, überträgt sich der Druck schnell auf die gesamte Industriestruktur.
Ein schwächeres Jahr verzeichneten auch Nutzfahrzeuge. Die Neuzulassungen von Transportern in der EU sanken um 8,8 % und bei Lkw um 6,2 %. Einzig das Bussegment wuchs um 7,5 %. Der Bericht interpretiert dies als Folge des schwierigen industriellen Umfelds, einer langsameren Erneuerung der Flotten sowie des anhaltenden Drucks im Zusammenhang mit der Umstellung auf emissionsfreie Antriebe. Auch dieses Segment deutet also darauf hin, dass das Jahr 2025 für die europäische Automobilindustrie nicht einfach war, auch wenn die Pkw-Verkäufe insgesamt leicht stiegen.
Aus der Sicht der mitteleuropäischen Industrie ist die Botschaft des Berichts recht eindeutig. Der europäische Automobilsektor befindet sich zwar nicht im Niedergang, tritt aber in eine neue Phase der Transformation ein, in der Wettbewerbsfähigkeit, die Fähigkeit zur Reaktion auf die Elektrifizierung, der Kostendruck und sich verändernde Handelsbeziehungen entscheidend sein werden. Für die Slowakei sind die Produktionszahlen positiv, doch die gesamte Branche wird in den kommenden Jahren weit mehr als nur ein reines Volumenwachstum bewältigen müssen. Entscheidend werden Flexibilität, technologische Bereitschaft und die Fähigkeit sein, im härteren globalen Wettbewerb zu bestehen.
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