Automobilproduktion in Tschechien im Oktober um fast die Hälfte eingebrochen
Angesichts der anhaltenden beispiellosen Einschränkungen und Produktionsausfälle appelliert die Automobilindustrie daher an die Regierung, das System zur vorübergehenden Beschäftigungssicherung im Rahmen des Programms Antivirus zügig zu genehmigen.
„Die aktuellen Statistiken des Verbands erfassen zwar nur die Leistung der Automobilhersteller, doch der Einbruch der inländischen und europäischen Fahrzeugproduktion verursacht vor allem bei den Zulieferunternehmen ein Vielfaches an Verlusten. Gefährdet sind somit insbesondere kleine und mittlere Unternehmen. Obwohl einige Meldungen aus den letzten Wochen auf eine leichte Verbesserung hindeuten, bleibt die Situation weiterhin äußerst angespannt“, sagt Zdeněk Petzl, Geschäftsführer des Verbands der Automobilindustrie. „Die Verzögerungen und die Unsicherheit hinsichtlich des Programmstarts halten wir für schwer nachvollziehbar, zumal sie die derzeit schwierige Lage der Unternehmen weiter verschärfen. Bereits vor einem Monat hat die Regierung den Unternehmen in der Branche ihre Unterstützung durch eine teilweise Erstattung der Löhne zugesagt, und die Unternehmen haben mit dieser Hilfe gerechnet. Die inländischen Unternehmen sind zudem gegenüber ihrer ausländischen Konkurrenz benachteiligt, die vergleichbare Programme wie beispielsweise die geltende Kurzarbeitsregelung in Deutschland oder das weiterhin laufende ähnliche Programm Antivirus in der Slowakei nutzen kann“, ergänzt Petzl.
Pkw
Von Januar bis Ende Oktober wurden in der Tschechischen Republik 899 855 Pkw hergestellt, d. h. 4 % weniger als im Vorjahr und 24,5 % weniger als im Jahr 2019. Grund für einen derart deutlichen Rückgang ist die Krise auf dem Halbleitermarkt, die zu Produktionseinschränkungen auf der ganzen Welt führt.
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Hyundai gelingt es trotz der Verlangsamung als einzigem Automobilhersteller, der Chipkrise standzuhalten. Von Januar bis Ende Oktober stellte das Unternehmen 231 600 Fahrzeuge her, also 21,8 % mehr als im Vorjahr. Im Oktober wurden in Nošovice 24 300 Automobile produziert (- 8,8 %).
ŠKODA AUTO, das im Laufe des Oktobers die Produktion in den inländischen Werken deutlich einschränken musste, stellte im bisherigen Jahresverlauf 547 174 Fahrzeuge her (- 11,0 %). Im Oktober brach die Produktion um 59,2 % auf 32 865 Automobile ein.
Auch die Produktion von Toyota in Kolín wurde von der Chipkrise stark beeinträchtigt. Im Oktober wurden 11 037 Automobile hergestellt (- 49,0 %). Seit Jahresbeginn produzierte Toyota insgesamt 121 081 Fahrzeuge (- 8,5 %).
Der Anteil der Elektrofahrzeuge an der inländischen Produktion steigt weiter. Im bisherigen Jahresverlauf wurden 100 856 Elektrofahrzeuge (BEV und PHEV) hergestellt, was einem Anteil von 11,2 % an der Gesamtproduktion entspricht, im Oktober allein waren es sogar 14,7 %. Seit Jahresbeginn wurden 58 163 ks batterieelektrische Fahrzeuge (d. h. 6,5 %) und 42 693 ks Plug-in-Hybride (d. h. 4,7 %) hergestellt. ŠKODA AUTO produzierte zwischen Januar und August 40 335 BEV und 23 793 PHEV, Hyundai 17 828 BEV und 18 900 PHEV.
Busse
Auch die Busproduktion in Tschechien ging gegenüber dem Vorjahr zurück. Produziert wurden 3 747 Busse (- 7,2 %). Traditionell größter Hersteller ist IVECO CR in Vysoké Mýto. Das Unternehmen stellte von Januar bis Oktober 3 410 Busse her (- 6,6 %). SOR Libchavy produzierte im bisherigen Jahresverlauf insgesamt 318 Busse (- 12,9 %), von denen 55 ks mit vollelektrischem Antrieb ausgestattet waren.
Motorräder
Das Unternehmen JAWA Moto ist in diesem Jahr weiterhin erfolgreich. Insgesamt stellte es 862 Maschinen her, d. h. 446 ks mehr als im Vorjahr (+ 107,2 %).
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