Automobilproduktion in Tschechien holt im zweiten Quartal Rückstände gegenüber dem Vorjahr auf

Automobilproduktion in Tschechien holt im zweiten Quartal Rückstände gegenüber dem Vorjahr auf
Die tschechischen Automobilhersteller haben dank der gestiegenen Produktion im Mai und Juni den zweistelligen Rückgang gegenüber dem Vorjahr wettgemacht. Zwischen Januar und Juni dieses Jahres wurden 606 909 Pkw produziert, d. h. 8,5 Prozent weniger als 2021. Allein im Juni wurden in Tschechien 125 374 Automobile hergestellt, also 21,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Auch die Hersteller in den übrigen Segmenten entwickelten sich erfolgreich. Im ersten Halbjahr wurden 2 625 Busse (+ 12,8 %), 1 130 Motorräder (+ 102,5 %) und 653 Lastkraftwagen (+ 21,4 %) produziert. Mehr als ein Zehntel der inländischen Kraftfahrzeugproduktion entfällt auf Fahrzeuge mit Elektroantrieb. Davon wurden insgesamt 63 985 Stück hergestellt, darunter 33 Elektrobusse.

„Es ist eine gute Nachricht, dass die tschechische Automobilindustrie im zweiten Quartal zumindest ein wenig aufatmen konnte. In der Gesamtproduktion machten sich die Verbesserung der Situation in den Liefer- und Abnehmerketten – insbesondere auf dem Markt für Halbleiterchips – sowie die flexible Reaktion der meisten Hersteller bei der Sicherstellung der Lieferungen von Rohstoffen und Teilen bemerkbar, die nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine unterbrochen worden waren. Dennoch müssen wir übertriebenen Optimismus weiterhin bremsen. Vor allem im Zusammenhang mit den Covid-Maßnahmen in China herrscht an den Märkten Unsicherheit über die weitere Entwicklung und darüber, ob sich die dortigen Lockdowns im Raum Shanghai im weiteren Jahresverlauf auch auf die inländische Produktion auswirken könnten. Eine weitere Frage ist natürlich die Sicherstellung der Gasversorgung sowie weitere Faktoren im Zusammenhang mit der angespannten geopolitischen Lage“, kommentiert Martin Jahn, Präsident des Verbands der Automobilindustrie, die bisherige Entwicklung. „Obwohl wir zur Jahresmitte in der Regel die Produktionsentwicklung in der Automobilindustrie für das Gesamtjahr abschätzen konnten, ist dies in diesem Jahr angesichts einer ganzen Reihe negativer Einflüsse praktisch unmöglich“, ergänzt Martin Jahn.

Pkw

In der ersten Hälfte dieses Jahres wurden in den inländischen Werken insgesamt 606 909 Pkw produziert. Das sind 8,5 Prozent weniger als in der ersten Hälfte des Jahres 2021. Gegenüber dem ersten Quartal gelang es den Herstellern somit, den Rückgang gegenüber dem Vorjahr um mehr als zehn Prozentpunkte zu verringern. Dazu trug der Produktionsanstieg in den letzten beiden Monaten bei, in denen die Automobilhersteller ein Produktionsvolumen auf dem Niveau der Vorkrisenjahre erreichten. Allein im Juni wurden 125 374 Automobile produziert (+ 21,6 %).

Hinsichtlich des Absatzes gelang es den Herstellern, die Nachfrage vor allem auf den Exportmärkten besser zu bedienen. Dennoch wurden 2022 gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 7,9 % weniger Fahrzeuge exportiert, auf dem Inlandsmarkt wurden 15,8 % weniger Fahrzeuge abgesetzt. Gegenüber dem ersten Quartal kehrte sich damit der Trend im Vorjahresvergleich um (Export – 20,1 %, Inlandsabsatz – 5,0 %).

Der größte inländische Automobilhersteller, ŠKODA AUTO, produzierte im ersten Halbjahr in seinen inländischen Werken 351 006 Pkw (- 16,6 %), davon allein im Juni 71 351 Fahrzeuge (+ 28,2 %). ŠKODA produzierte 33 903 Elektrofahrzeuge (batterieelektrische BEV und Plug-in-Hybride PHEV), d. h. 9,7 Prozent der Gesamtproduktion. Mehr als drei Viertel davon entfallen auf reine Elektroautos.

Das Hyundai-Werk in Nošovice setzt seinen Wachstumstrend fort. Im bisherigen Jahresverlauf produzierte es insgesamt 166 800 Pkw, d. h. 17,1 Prozent mehr als im ersten Halbjahr des Vorjahres. Auch im Juni lag die Produktion mit 31 999 hergestellten Fahrzeugen (+ 22,6 %) deutlich über dem Vorjahreswert. Von der Gesamtzahl der Fahrzeuge hatten 14 818 Stück einen rein elektrischen und 15 231 Stück einen Plug-in-Hybridantrieb, und somit machten Elektrofahrzeuge insgesamt mehr als 18,0 Prozent der Gesamtproduktion aus.

Auch im Toyota-Werk in Kolín lag die Produktion im Juni über dem Vorjahreswert. Es wurden 22 024 Automobile hergestellt, d. h. 3,3 Prozent mehr als im Juni 2021. Insgesamt produzierte Toyota im ersten Halbjahr 89 103 Fahrzeuge (- 10,7 %). Die Hälfte der Produktion entfällt auf Hybridfahrzeuge.

AutoSAP - Automobilproduktion in Tschechien im Jahr 2022  
   

Busse

Im ersten Halbjahr wurden in Tschechien 2 625 Busse produziert (+ 12,8 %), 2 071 Busse wurden exportiert (+ 5,7 %), die übrigen 464 Busse waren für den Inlandsmarkt bestimmt (+ 37,7 %).

Bei IVECO CR in Vysoké Mýto wurden 2 326 Busse produziert, also 10,1 % mehr als im Vorjahr. SOR Libchavy konnte im ersten Halbjahr dieses Jahres 274 Busse herstellen, d. h. 33,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Neunzehn Busse der Marke verfügen über einen Elektroantrieb (d. h. ein Anteil von 6,9 %). ŠKODA Electric produzierte im ersten Quartal 14 Elektrobusse und der Hersteller KHMC 11 Busse (+ 22,2 %).

Lastkraftwagen

Das Unternehmen TATRA Trucks, das unter den Mitgliedern des Verbands der Automobilindustrie der einzige Lastkraftwagenhersteller ist, produzierte im ersten Halbjahr dieses Jahres 653 Fahrzeuge, also 115 Stück mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (d. h. + 21,4 %). Die Produktion von Tatra verteilt sich nahezu gleichmäßig auf den Inlandsmarkt (302 Stück, gegenüber dem Vorjahr + 89,9 %) und den Export (288, gegenüber dem Vorjahr – 22,8, %).

Motorräder

Auch der Hersteller JAWA Moto ist weiterhin erfolgreich. Im ersten Halbjahr produzierte er bereits 1 130 Motorräder (+ 102,5 %). Er war sowohl auf dem tschechischen Markt (730 Stück / + 59,7 %) als auch im Export (400 Stück / + 296,0 %) erfolgreich.

Anhängefahrzeuge

Das Segment der Anhängefahrzeuge verzeichnete dagegen insgesamt einen Rückgang. Zwischen Januar und Juni wurden insgesamt 13 714 Anhänger und Sattelauflieger aller Größen produziert, d. h. 3 385 Stück weniger als im Vorjahr (- 19,8 %). Hinsichtlich des Volumens entfiel der Großteil der Produktion auf das Unternehmen Agados, das auf kleine Anhänger bis 3,5t spezialisiert ist. Davon produzierte es 12 433 Stück (- 22,0 %), in Tschechien verkaufte es 6 934 Stück (- 31,2 %) und im Ausland 5 133 Stück (- 8,6 %).

Die Kategorie der großen Anhänger und Sattelauflieger verzeichnete dagegen ein Produktionswachstum von 11,1 Prozent. Schwarzmüller produzierte 1 159 große Anhängefahrzeuge, d. h. 24,0 % mehr als im Vorjahr. Das Unternehmen PANAV produzierte 122 Anhänger und Sattelauflieger (- 44,0 %).

Autor: autoSAP
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