Raffinerie Slovnaft erhöht ihre Flexibilität bei der Verarbeitung verschiedener Rohölsorten
- Slovnaft setzt die Anpassung der Anlagentechnik in seiner Raffinerie zur Verarbeitung alternativer Rohölsorten fort
- die Investitionsprojekte werden während der diesjährigen Generalrevisionen in der Raffinerie umgesetzt
- die Erhöhung der Flexibilität bei der Rohölverarbeitung ist Teil der langfristigen Strategie Shape Tomorrow der MOL-Gruppe
- die durch die Sanktionen gegen Russland bedingten Gesamtkosten des Unternehmens für die Anpassung der Anlagentechnik belaufen sich auf 200 Millionen Euro
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Slovnaft verarbeitet bereits seit 2016 verschiedene Rohölsorten. Im vergangenen Jahr wurde in der Raffinerie etwa jeder vierte Liter Kraftstoff aus nicht russischem Rohöl hergestellt. Dabei handelte es sich um Rohöl, das das Unternehmen auf dem Markt gekauft und auf dem Seeweg nach Europa transportiert hatte. Die Anlagentechnik der Raffinerie war historisch auf die Rohölmischung REBCO ausgelegt. „Bei Rohölmischungen aus anderen Regionen müssen wir deren spezifische Zusammensetzung und Eigenschaften berücksichtigen. Sie können größere Mengen Schwefel enthalten, eine höhere Dichte aufweisen oder korrosiv wirken. Um eine unerwünschte Werkstoffdegradation und Schäden an den Produktionsanlagen zu verhindern, haben wir einen Plan für notwendige sowie vorbeugende Anpassungen der Anlagentechnik aufgestellt“, erklärt Branislav Vinter, Produktionsdirektor bei Slovnaft.
Slovnaft nutzte dafür den Zeitraum der geplanten Generalrevisionen, die in der Raffinerie im Abstand von fünf Jahren durchgeführt werden. Während der Frühjahrsphase war die Raffinerie teilweise stillgelegt, wodurch geeignete Bedingungen für technische Anpassungen an den Produktionsanlagen geschaffen wurden. „In diesem Zeitraum haben wir den Ofenmantel der atmosphärischen Destillation ausgetauscht, einige Rohrleitungen an den Produktionsanlagen durch solche aus beständigeren Werkstoffen ersetzt und auch den Konvektionsteil des Ofens zur Wasserstoffherstellung erneuert. Wir haben außerdem ein hochentwickeltes Online-System installiert, mit dem wir den Zustand der Werkstoffe in Echtzeit überwachen und mögliche Korrosion oder andere Schädigungen erkennen können“, präzisiert Branislav Vinter.
Mit dem Ausbau der Kapazitäten zur Mischung von Rohölen und dem notwendigen Austausch metallischer Werkstoffe begann Slovnaft bereits im vergangenen Jahr. Die für die Umstellung der Anlagentechnik erforderliche Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 200 Millionen Euro und umfasst eine Reihe aufeinander aufbauender Teilprojekte. Diese sind in mehrere Phasen bis 2027 aufgeteilt, sodass die Anpassungen der Anlagentechnik jeweils in Zeiträumen durchgeführt werden, in denen in der Raffinerie andere Instandhaltungsarbeiten stattfinden. Die diesjährigen Generalrevisionen kosteten die Raffinerie zusammen mit den Investitionen in die Anpassung der Anlagentechnik rund 130 Millionen Euro.
Nicht russische Rohölmischungen kauft Slovnaft auf dem freien Markt. In den vergangenen eineinhalb Jahren hat das Unternehmen verschiedene Rohölsorten und deren Mischungen aus den USA, Saudi-Arabien, Oman, Aserbaidschan, Kasachstan, dem Irak, einigen Regionen Nordafrikas oder Guyana gekauft, transportiert und anschließend verarbeitet. Rohölmischungen, deren Eigenschaften den Anforderungen von Slovnaft entsprechen, werden von Tankern in den kroatischen Hafen Omišalj gebracht und von dort über die Adria-Pipeline weitertransportiert. Diese ist in Ungarn an den südlichen Strang der Druschba-Pipeline angeschlossen, über den das Rohöl bis zu Slovnaft gelangt.
„Der Kauf von Rohöl auf dem Markt stellte für uns eine neue Situation dar. Wir mussten uns schnell einen Überblick über die Möglichkeiten verschaffen, Beziehungen zu Lieferanten aufbauen und günstige Konditionen vereinbaren. Die Verfügbarkeit des Rohstoffs auf dem Markt wird auch von der globalen geopolitischen Lage beeinflusst“, erklärt Branislav Vinter. Die Abwicklung eines solchen Einkaufs und auch der Transport sind für Slovnaft technisch anspruchsvoller und teurer. Für die Auslastung ihrer technischen Kapazität benötigt die Raffinerie Slovnaft dabei etwa 5,5 bis 6 Millionen Tonnen Rohöl. Slovnaft ist die einzige Raffinerie der Slowakei und stellt ausreichend Kraftstoffe für die gesamte Slowakei bereit. Darüber hinaus exportiert sie mehr als die Hälfte ihrer Produktion ins Ausland. Die Nachbarländer wie beispielsweise die Tschechische Republik, Österreich oder Polen können ihren Kraftstoffbedarf nämlich nicht aus eigener Produktion decken, was insbesondere Dieselkraftstoff betrifft. Neben Kraftstoffen stellt Slovnaft auch Primärkunststoffe, Heizöle, verschiedene Chemikalien, Flugkraftstoffe und weitere Produkte her.
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