Messe K 2025 in Düsseldorf: Kunststoffe und Kreislaufwirtschaft – zwischen Notwendigkeit und Möglichkeiten
Kreislaufwirtschaft weltweit
Die Welt steht vor einer Rohstoffkrise: Jährlich werden mehr als 100 Milliarden Tonnen Rohstoffe verbraucht, doch mehr als 90 % davon werden nicht recycelt. Auf dieses alarmierende Verhältnis weist die Europäische Investitionsbank (EIB) hin. Steigende CO₂-Kosten, volatile Rohstoffpreise und geopolitische Unsicherheiten setzen Unternehmen zusätzlich unter Druck, Ressourcen effizienter zu nutzen.
Die Kreislaufwirtschaft gilt als zentrales Instrument für eine nachhaltige Zukunft. Eine Analyse des Beratungsunternehmens Material Economics zeigt, dass Europa durch geschlossene Materialkreisläufe bis 2030 450 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente einsparen könnte – das entspricht 8 % der derzeitigen Emissionen. Langfristig geht die Ellen MacArthur Foundation davon aus, dass eine geschlossene Kreislaufwirtschaft bis zu 45 % der Emissionen vermeiden könnte.
Diese Transformation birgt zugleich ein enormes wirtschaftliches Potenzial: Nach Schätzungen der Beratungsgruppe EY senkt der Einsatz von Sekundärrohstoffen den Energieverbrauch um 20 % bis 90 %, spart große Mengen Wasser und könnte europäischen Unternehmen jährlich bis zu 465 Milliarden EUR an Materialkosten ersparen. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) erwartet, dass der Übergang zur Kreislaufwirtschaft bis 2030 weltweit 7 bis 8 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen wird. Immer mehr Fallstudien zeigen, dass Zirkularität nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich vorteilhaft ist. So stellt beispielsweise die deutsche Unternehmensgruppe Cabka jährlich Paletten und Kisten aus rund 150 000 Tonnen recycelten Kunststoffen her und zeigt damit, wie sich Abfall in wertvolle Produkte verwandeln lässt.
Die Kreislaufwirtschaft ist für die Kunststoffindustrie zugleich Verpflichtung und Chance. In Europa dominiert ein streng regulierter Ansatz, in Asien werden staatliche Maßnahmen mit technologischen Initiativen kombiniert, und in Amerika treffen wir auf ein breites Spektrum von Ansätzen – von ambitionierten Anforderungen über uneinheitliche Maßnahmen bis hin zum Vertrauen in die unsichtbare Hand des Marktes.
Jedes dieser Modelle hat jedoch seine Tücken. Regulierungen setzen zwar klare Regeln, können aber zu übermäßiger Bürokratie führen und Investitionen bremsen – was gerade in Europa zunehmend sichtbar wird. „Damit die Transformation nicht ins Stocken gerät, brauchen wir dringend Maßnahmen, die Investitionen in die Herstellung kreislauffähiger Kunststoffe attraktiver machen. Wir müssen den Verwaltungsaufwand reduzieren, beispielsweise durch die Beschleunigung langwieriger Genehmigungsverfahren, und faire Bedingungen im internationalen Wettbewerb sicherstellen“, betont Virginia Janssens, Geschäftsführerin von Plastics Europe.
Marktmechanismen fördern zwar Innovationen, garantieren aber keine flächendeckende Einführung von Lösungen. Zentral gesteuerte Strategien ermöglichen schnelle Fortschritte, können jedoch ineffizient sein. Eines ist sicher – ohne höhere Recyclingquoten und einen breiteren Einsatz von Rezyklaten bleibt die Kreislaufwirtschaft ein uneinheitliches Mosaik. Wenn die einzelnen Regionen voneinander lernen, können sie ihre Stärken bündeln und Schwächen ausgleichen.
Kreislaufwirtschaft gestalten auf der K 2025
Auf der Messe K 2025 präsentieren Unternehmen aus verschiedenen Bereichen der Industrie – von Rohstoffherstellern über Maschinenbauunternehmen bis hin zu Verarbeitern – bisherige Fortschritte und künftige Lösungen für die Kreislaufwirtschaft. Das Leitthema lautet „Kreislaufwirtschaft gestalten“. Diese Thematik wird auch im Rahmen der Sonderveranstaltungen der Messe behandelt, wobei der VDMA Dome einen der zentralen Programmpunkte bildet.
Der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) veranstaltet erneut ein umfangreiches Forum unter dem Titel „The Power of Plastics“, das auf dem Freigelände der Messe stattfindet. Gemeinsam mit 12 Mitgliedsunternehmen zeigt er direkt vor Ort – zwischen den Hallen 10 und 16 –, welche Schlüsselrolle die Technologie bei der Einführung der Kreislaufwirtschaft in der Kunststoffindustrie spielt.
Ein weiterer wichtiger Höhepunkt ist die offizielle Sonderschau „Kunststoff gestaltet die Zukunft“ in Halle 6, organisiert von Plastics Europe Germany. Am Donnerstag, dem 9. Oktober, findet hier ein Diskussionsforum unter dem Motto „Circular Thursday: Transformation und Resilienz der Industrie – welche Technologien ermöglichen eine funktionierende Kreislaufwirtschaft?“
Weitere Informationen zur Kreislaufwirtschaft finden Sie unter: Kreislaufwirtschaft: Zukunft der Kunststoffindustrie | Messe K
Die Messe K 2025 ist täglich von 10:00 bis 18:30 im Zeitraum von Mittwoch, dem 8. Oktober, bis Mittwoch, dem 15. Oktober, geöffnet.
Eintrittskarten sind ab dem 15. April online erhältlich:
- 1-Tageskarte: 60 EUR
- 3-Tageskarte: 125 EUR
- Schüler und Studierende: 1-Tageskarte für 20 EUR
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