Preisberichte für Kunststoffgranulate: Hohe Preise und geringe Nachfrage

Preisberichte für Kunststoffgranulate: Hohe Preise und geringe Nachfrage
Die Kaufpanik ließ vergangene Woche nach, nachdem der Anstieg der Rohstoffpreise zum Stillstand gekommen war und die Monomerpreise nicht neu verhandelt wurden. Die Verarbeiter sind bei ihren Einkäufen deutlich vorsichtiger, insbesondere diejenigen, die zu den Preisen vom Monatsanfang kaufen möchten.

Über die vertraglich vereinbarten Mengen hinaus beliefern die Polymerhersteller ihre Kunden nur zu erhöhten Preisen. Bei nahezu allen Polymerherstellern ist Ware verfügbar, allerdings nur zu einem Preis, der um 200-250 € /t höher liegt als im Februar. Im März haben sich zwei Preisniveaus herausgebildet. In der ersten Märzwoche lagen die Preise um 100-150 € niedriger als in der zweiten und dritten Märzwoche. Die Verarbeiter, die in der ersten Woche eingekauft haben, haben also gut daran getan. Die meisten Verarbeiter halten die aktuellen Preise, die sich in einigen Fällen den Rekordpreisen von 2021 nähern, für zu hoch.

Die Kunststoffverarbeiter haben Rohstoffvorräte für 1-2 Monate. Viele sind davon überzeugt, dass sich die Preiserhöhungen im April nicht fortsetzen werden, insbesondere weil auch die Preise für Rohöl und NAPHTHA gesunken sind. Tatsächlich liegen die Preise niedriger als vor 12 Tagen. Der Rohölpreis ist jedoch etwa 20 % höher und der NAPHTHA-Preis 16 % höher als einen Monat zuvor. Auf dieser Grundlage erwarten die Polymerhersteller einen Preisanstieg bei den Monomeren Ethylen (C2) und Propylen (C3) von 100 bis 150 €/t. Einige halten auch einen Preisanstieg bei den Olefinmonomeren um 200 EUR/t für denkbar.

Was bedeutet das für die Polymerpreise? Da es in der zweiten Märzwoche zu einem Preisanstieg um 120-150 €/t kam, bedeutet dies auch, dass die Preise Anfang April nicht wesentlich höher liegen werden. Sie könnten sogar auf demselben Niveau liegen. Es wird jedoch erwartet, dass sich die plötzliche Volatilität der Rohstoffe wie in der zweiten Märzwoche wiederholt. Allerdings ist auch damit zu rechnen, dass steigende Energiepreise und steigende Transportkosten die Polymerpreise weiter nach oben treiben werden.

Beim Monomer Styrol (SM) lässt sich derzeit keine Prognose abgeben, die Preise haben sich nach dem panikartigen Anstieg korrigiert. Bislang zeigen sie keine klare Richtung. Im April ist jedoch wie im März ein Preisanstieg um etwa 100 EUR für SM denkbar.

Zusammenfassung

  • Schwächere Nachfrage als vergangene Woche. Die Verarbeiter warten weiterhin ab.
  • Die Weitergabe der Preiserhöhungen an die Kunden bleibt ein Problem. Deshalb warten einige Verarbeiter ab.
  • Die Monomerpreise wurden bislang nicht neu verhandelt, eine Änderung der Monomerpreise wird erst Anfang April erwartet.
  • Die meisten Verarbeiter haben die benötigten Polymermengen zu Monatsbeginn beschafft,
  • In Mitteleuropa haben sich zwei Preisniveaus herausgebildet.
  • Mehrere Polymerhersteller haben einen „Bestellstopp“ angekündigt, Käufe waren nur zu erhöhten Preisen möglich.
  • Derzeit sind russische Polymere weiterhin verfügbar, Lieferungen und auch der Cashflow funktionieren nach wie vor.
  • 7 russische Banken wurden vom SWIFT-System ausgeschlossen, und zwar: VTB, Bank Rossiya, Bank Otkritie, Novikombank, Promsvyazbank, Sovcombank, Vnyesekonombank. Die übrigen russischen Banken sind bislang nicht von den Sanktionen betroffen.
  • Logistische Schwierigkeiten bei Transporten aus Russland, erhebliche Unterbrechungen im Straßentransport,
  • Die Preise auf dem türkischen Markt steigen weiter.
  • Steigende Kraftstoffpreise werden die Transportkosten um 10 – 25 % erhöhen. 

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Autor: László Bűdy
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