Kunststoff vs. Papier - Sind Papiertaschen wirklich umweltfreundlicher?
Sind Papiertaschen aber wirklich so umweltfreundlich? Wenn wir ehrlich sind, müssen wir uns eingestehen, dass beide Materialarten eine gewisse Belastung für die Umwelt darstellen. Studien zeigen jedoch, dass die Berechnung des Aufwands für alle zur Herstellung der Taschen benötigten Ressourcen Kunststofftragetaschen aus Polyethylen als umweltfreundlichere Variante ausweist.
10 Vorteile von Kunststoff
1. Herstellung
Papierbeutel werden aus Bäumen hergestellt, die bis zu einem gewissen Grad nachwachsen. Sie können jedoch nur mit einer bestimmten Geschwindigkeit nachwachsen, und der Holzeinschlag in den großen Waldökosystemen der Welt wird derzeit nicht ausreichend ausgeglichen. Bei der Herstellung eines Papierbeutels wird 4x mehr Energie verbraucht als bei der Herstellung eines Kunststoffbeutels. Obwohl Kunststoffbeutel aus fossilen Brennstoffen hergestellt werden, ist der Gesamtverbrauch an nicht erneuerbarer Energie während des Lebenszyklus von Kunststoffbeuteln um 36 % geringer als bei Papierbeuteln.
2. Wiederverwendung
Papiertaschen neigen dazu, zu reißen, sind im nassen Zustand weniger widerstandsfähig als Kunststoff und bei Verschmutzung nicht mehr verwendbar. Daher müssen sie 43x verwendet werden, um einen insgesamt geringeren CO₂-Fußabdruck als Kunststofftragetaschen zu erreichen. Kunststofftragetaschen sind robuster, wasserbeständig und lassen sich bei Verschmutzung ausspülen. Der Schlüssel zur Verringerung der Umweltauswirkungen eines Beutels/einer Tasche liegt darin, ihn bzw. sie so oft wie möglich wiederzuverwenden.
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3. Abfall
Papiertaschen haben eine wesentlich höhere Masse und wiegen fünf- bis siebenmal mehr als Kunststofftragetaschen. Papier erhöht das Volumen und den Platzbedarf des Abfallstroms. Eine Papiertasche wiegt bis zu 55 Gramm, somit entsteht daraus 7x mehr fester Abfall. Kunststofftragetaschen lassen sich sehr dünn und dennoch ausreichend stabil herstellen. Eine Kunststofftragetasche wiegt nur 6-8 Gramm und trägt das 2500-Fache ihres Eigengewichts.
4. Recycling
Der Papierrecyclingprozess verbraucht häufig mehr Brennstoff als die Herstellung von neuem Papier. Recyclingpapier verursacht eine stärkere Wasserverschmutzung als die Herstellung von neuem Papier. Papier kann insgesamt bis zu 7x recycelt werden. Jeder Recyclingvorgang führt jedoch zu einer Verkürzung der Zellulosefasern.
Beim Folienrecycling sind Kombinationen mit anderen Materialien problematisch. Das größte Problem stellt paradoxerweise die Kombination mit anderen Kunststoffen dar, die sich nur schwer voneinander trennen lassen. Kunststoff lässt sich 5x recyceln, jedoch ohne Auswirkungen auf die mechanischen Eigenschaften der Folie.
5. Emissionen, globale Erwärmung (GWP)
Die Holzernte bedeutet, dass weniger Bäume vorhanden sind, die Treibhausgase aufnehmen. Große Papierhersteller bemühen sich zwar um Nachhaltigkeit und darum, Zellstoff aus Bäumen zu gewinnen, die eigens für die Papierherstellung angebaut werden. Die enorme Nachfrage können nachhaltig bewirtschaftete Wälder jedoch nicht decken. Kunststoffbeutel verursachen 39 % weniger Treibhausgasemissionen als unzersetzte Papierbeutel.
6. Luft- und Wasserverschmutzung
Wissenschaftlichen Studien zu diesem Thema zufolge ist die Papierherstellung für ganze 80 % der Treibhausgasemissionen im Herstellungsprozess verantwortlich. Darüber hinaus werden Bäume, die im Kampf gegen das wachsende Ozonloch helfen könnten, für die Papierherstellung gefällt. Die Papierherstellung verschmutzt die Luft um 70% und das Wasser 50x stärker als die Kunststoffherstellung.
7. Deponierung
Auf einer trockenen Deponie zersetzen sich Papierbeutel nicht schneller als Kunststoffbeutel. Das liegt daran, dass sich Papier unter idealen Bedingungen zwar wesentlich schneller zersetzt, auf Deponien jedoch keine idealen Bedingungen herrschen. Der Mangel an Licht, Luft und Sauerstoff bedeutet, dass sich fast nichts zersetzt, sodass Papier und Kunststoffe dort die gleiche Zeit verbringen werden. Tatsächlich zersetzt sich auf einer Deponie nur sehr wenig. Und wenn es auf einer Deponie zur Zersetzung kommt, entsteht dabei die gleiche Menge Kohlendioxid wie bei der Verbrennung in einer Müllverbrennungsanlage. Eine Papiertasche nimmt auf der Deponie außerdem mehr Platz ein als eine Kunststofftragetasche.
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8. Wasserverbrauch
Bei der Herstellung von Papierbeuteln wird dreimal so viel Wasser eingesetzt wie bei der Herstellung von Kunststoffbeuteln. Für die Herstellung eines Blattes Papier werden 5 Liter Wasser benötigt, das ist 3x mehr als für die Herstellung von Kunststoffbeuteln.
9. Aufbewahrung von Lebensmitteln
Die Hauptfunktionen einer Verpackung bleiben der Produktschutz, die platzsparende Lagerung und die Stabilität beim Transport. Kunststoff hat sich als sehr wirksames Verpackungsmaterial erwiesen, insbesondere wenn es darum geht, Lebensmittel vor Verunreinigungen zu schützen und frisch zu halten. Kunststoff ist äußerst widerstandsfähig und beständig gegenüber äußeren Einflüssen und kann sicherstellen, dass das Produkt stets gut aufbewahrt wird. Dies hilft, Verluste durch die Verschwendung von Vorräten zu vermeiden. Kunststoffverpackungen können extremen Umgebungsbedingungen standhalten und zersetzen sich bei hohen und niedrigen Temperaturen nicht leicht, wodurch die Unversehrtheit der darin enthaltenen Lebensmittel oder Getränke erhalten bleibt. Sie schützen die Produkte außerdem vor Feuchtigkeit, Sauerstoff, Staub, Licht und Gerüchen.
Kunststoff ist jedoch in vielen Fällen das beste und effizienteste Verpackungsmaterial. Ein Beispiel ist die Salatgurke. In Kunststoff verpackt hält sie 14 Tage länger. Unverpackt wird sie bald zu unverkäuflichem Abfall und damit zu einem verschwendeten Lebensmittel. Zwei Gramm Verpackung verlängern die Haltbarkeit einer Gurke um zwei Wochen.
10. Transport
Für den Transport der gleichen Menge an Papiertaschen werden 7x mehr Lkw benötigt als für Kunststofftragetaschen, wobei 7-mal mehr Kohlendioxid ausgestoßen und 7-mal mehr Kraftstoff verbraucht wird. Für den Transport von zwei Millionen Papierbeuteln werden 7 Lkw benötigt, während bei Kunststoffbeuteln 1 Lkw ausreicht.
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