ENGEL: Vor welchen Herausforderungen steht die Kunststoffindustrie im Jahr 2021?
,,Wir gehen davon aus, dass wir bis zum Ende des Geschäftsjahres, also bis März nächsten Jahres, den Auftragseingang um rund 30 Prozent steigern können gegenüber dem Vorjahr“, betont Steger. ,,Damit können wir das Geschäftsjahr 2021/22 mit einem Umsatz nahezu auf Vorkrisenniveau abschließen.“ Im letzten Geschäftsjahr 2020/21 erzielte die ENGEL Gruppe einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro. Im vorangegangenen Geschäftsjahr 2019/20 waren es 1,3 Milliarden Euro.
Die Aussichten bleiben jedoch getrübt und voller Unsicherheiten. Zu den Risikofaktoren zählen Materialknappheit, ein massiver Anstieg der Rohstoffpreise und die noch nicht überwundene Coronavirus-Pandemie.
Freigabe aufgeschobener Investitionen in der Automobilindustrie
Die Automobilindustrie zeigt sich wieder in voller Stärke. „Aufgeschobene Investitionen wurden freigegeben, es wird wieder investiert, und zwar weltweit“, erklärt Steger. „Derzeit steht die Elektromobilität im Mittelpunkt, die innovative Spritzgießlösungen erfordert.“ Dass in einigen Werken die Montagebänder wegen Chipmangels stillstehen, wirkt sich jedoch bereits auf die Investitionen in die Spritzgießtechnik aus. Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, inwieweit dadurch das Wachstum langfristig gebremst wird.
Im Bereich Technical Moulding, der Sport- und Freizeitprodukte, Haushaltswaren sowie Produkte für das Bauwesen und die Logistik umfasst, hält der pandemiebedingte Nachfrageanstieg an, auch wenn in den meisten Bereichen bald mit einer Marktsättigung gerechnet wird. Aufgrund des starken Wachstums hat der Bereich Technical Moulding von ENGEL bei der Umsatzverteilung zur Automobilindustrie aufgeschlossen und dürfte in den nächsten Jahren auf einem vergleichbaren Niveau bleiben. Neben der starken Bau- und Logistikbranche eröffnet die Modernisierung des Maschinenparks, die derzeit in vielen Unternehmen zu beobachten ist, großes Potenzial.
Der Bereich Medizintechnik verzeichnet seit vielen Jahren ein kontinuierliches Wachstum und hat durch COVID-19 einen weiteren Impuls erhalten. Inzwischen normalisiert sich die Nachfrage im Bereich Diagnostik wieder. Für weiteres Wachstum in diesem Geschäftsbereich sorgen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes und Atemwegserkrankungen.
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| Unternehmenssitz von ENGEL – Schwertberg, Österreich |
Verpackungen liegen auf einem stabilen Niveau. Gerade innovative Lösungen mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft bieten Potenzial für die Zukunft. Im Mittelpunkt stehen Spritzgießmaschinen mit elektrischem Antrieb.
Insbesondere im Bereich Teletronik führten einzelne umfangreiche Neuproduktprojekte zu einem Anstieg des Auftragseingangs. Die steigende Nachfrage nach Steckverbindern ist vor allem in Europa spürbar. Treiber sind der Ausbau der 5G-Netze und der Trend zu Cloud- und Smart-Home-Anwendungen. Die erhöhte Nachfrage im Bereich der Großmaschinen ist auf den Trend zum Kauf immer größerer Fernsehgeräte zurückzuführen. Vertikalmaschinen profitieren derzeit von neuen Sensoranwendungen.
Starkes Wachstum in Westeuropa und Nordamerika
Nach einigen schwierigen Monaten von April bis September 2020 erholte sich das Geschäft zunächst in Nordamerika und China. Europa folgte mit einer gewissen Verzögerung, ist nun aber „wieder in voller Stärke da“, sagt Christoph Steger. Insbesondere in Westeuropa erreichte die Nachfrage im ersten Halbjahr 2021 ein Rekordniveau. Osteuropa profitiert von der Rückverlagerung von Produktionsanlagen. Darüber hinaus treibt dort der Fachkräftemangel die Automatisierung voran.
In Nordamerika erzielte die ENGEL Gruppe im ersten Halbjahr in allen Branchen ein sehr starkes Wachstum. Der Trend zur Verlagerung der Produktion zeigt sich auch in dieser Region. Gleichzeitig sorgt die Digitalisierung dafür, dass eine höhere Produktivität kosteneffizient realisiert werden kann.
In Asien bleibt China der größte Wachstumstreiber. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet das Land ein deutliches Wachstum, hat aber das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht.
Potenzial eröffnet sich in Indien, wo die Verarbeiter in die Modernisierung und den Ausbau ihrer Kapazitäten investieren. Staatliche Förderprogramme unterstützen Projekte zur Produktionsverlagerung mit dem Ziel, die Abhängigkeit von China zu verringern.
In Südostasien und Lateinamerika bleibt die wirtschaftliche Erholung weiterhin aus. Die anhaltend hohen Infektionszahlen und die nach wie vor sehr niedrige Impfquote bremsen die wirtschaftliche Erholung in diesen Ländern. Für Mexiko, Brasilien und Kolumbien ist ENGEL jedoch für die zweite Jahreshälfte optimistisch.
Materialknappheit ist die größte Herausforderung
Ein überraschend schneller Aufschwung und zugleich unsichere Aussichten kennzeichnen die langfristig veränderte Marktsituation. „Die Märkte werden immer volatiler und verlangen von uns mehr Flexibilität“, sagt Steger. „Darauf stellen wir uns ein.“
Die größte Herausforderung sind derzeit die Lieferengpässe bei Rohstoffen und Komponenten. Durch COVID-19 und das pandemiebedingt veränderte Verbraucherverhalten macht sich auf dem Markt insbesondere ein Mangel an Halbleitern bemerkbar. Nach dem Ende des Lockdowns steigt zudem die Nachfrage, die mit dem derzeitigen Angebot nicht gedeckt werden kann. Stahl und Stahlprodukte verzeichnen eine ähnliche Entwicklung. „Dank der sehr guten Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten und unseres weltweiten Werksverbunds können wir Lieferverzögerungen weitgehend vermeiden“, betont Steger.
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| Dr. Christoph Steger, CSO der ENGEL Gruppe |
Digitalisierung für eine nachhaltigere Zukunft
Die Transformation des Automobils, Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind die drei wichtigsten Innovationstreiber, die mit dem wirtschaftlichen Aufschwung weiter an Dynamik gewinnen. „Die Messe Fakuma kommt hier genau zum richtigen Zeitpunkt“, sagt Steger.
COVID-19 hat die Vorteile digitaler Prozesse und die Bedeutung der Digitalisierung für die Wettbewerbsfähigkeit bestätigt. Die Marktdurchdringung digitaler Lösungen hat sich beschleunigt. Insgesamt ist der Reifegrad der Digitalisierung von Spritzgießprozessen jedoch nach wie vor uneinheitlich. „Für alle Reifegrade steht ein breites Spektrum bewährter und neuer digitaler Lösungen zur Verfügung“, sagt Steger. „Wir unterstützen aktiv dabei, diese Chance zu nutzen und die Fertigung von Spritzgießformen auf künftige Anforderungen hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit, vor allem aber hinsichtlich der Nachhaltigkeit vorzubereiten.“
Die Digitalisierung ist ein wichtiger Faktor für die Kreislaufwirtschaft – das zeigt der Messestand von ENGEL auf der Messe Fakuma 2021 deutlich. „Die Digitalisierung hilft uns, das volle Potenzial der Spritzgießmaschinen auszuschöpfen und dadurch effizienter zu produzieren“, sagt Steger.
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ENGEL CZ s.r.o.
Entwicklung und Herstellung von Spritzgießmaschinen, ENGEL Spritzgießmaschinen, Spritzgießmaschinen, industrielle Automatisierung, Peripherie- und…
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NINGBO YISENT TECHNOLOGY CO., LTD.
Hersteller von Schnecken, Zylindern, Düsen und Ersatzteilen für Spritzgießmaschinen und Extruder, einschließlich… -
Sumitomo (SHI) Demag Plastics Machinery Česko spol. s r.o.
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KOH-I-NOOR MACHINERY a.s.
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DATRIA s.r.o.
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BOLE Europe Technology Co.LTD.sp.zo.o.
Spritzgießmaschinen von Bole: hydraulische, vollelektrische, Zwei-Platten-Maschinen, Spritzgießmaschinen für das… -
Zejatech s.r.o.
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Runder Tisch auf der Messe Fakuma 2026: Wichtiger Impuls für Nachhaltigkeit
15.10.2026 Gesunder Menschenverstand, fachlicher Einblick, Kreativität, Innovation und noch mehr Engagement – das war das Rezept für eine erfolgreiche wirtschaftliche Zukunft, das ein Expertenteam bei der Diskussion „Fakuma Round Table“ am Nachmittag...

