Konferenz NEWMATEC 2022 suchte Antworten auf aktuelle Herausforderungen und die Zukunft der Automobilindustrie
„Die Automobilindustrie befindet sich in einer beispiellosen Situation: Die abklingende Pandemiekrise und der militärische Konflikt in der Ukraine haben die Abläufe der Produktions- und Logistikprozesse grundlegend verändert. All dies geschieht in einer Zeit des bedeutendsten Wandels der Automobilindustrie in den 135 Jahren ihres Bestehens. Europa hat sich zum Aufbau einer klimaneutralen Gesellschaft bis zum Jahr 2050 verpflichtet, was grundlegende Auswirkungen auf das gesamte sozioökonomische System haben wird“, sagte zur Eröffnung der Konferenz der Präsident des Verbands der Automobilindustrie der Slowakischen Republik, der die Konferenz organisiert, Herr Alexander Matušek.
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Präsident des Verbands der Automobilindustrie Alexander Matušek |
Der erste Konferenztag stand im Zeichen des Green Deal und von Fit for 55. „Den Übergang zu einem klimaneutralen Europa können wir als Bedrohung wahrnehmen, aber ich würde mir wünschen, dass wir ihn als Chance sehen“, fuhr Herr Matušek in seiner Ansprache an die Zulieferer fort. Die Herausforderung, vor der wir stehen, ist die Erkenntnis, dass im Jahr 2030 bis zu 74 % der Kunden für die Produkte wegfallen werden, die die Automobilhersteller in der Slowakei produzieren. Der Übergang zu emissionsfreien Antrieben wird bedeuten, dass viele Unternehmen erhebliche Probleme bekommen werden, wenn die Slowakei ihr Portfolio nicht ändert.“
Automobilhersteller und multinationale Unternehmen haben den Weg zu alternativen Kraftstoffen und emissionsfreier Mobilität bereits eingeschlagen. Nachhaltigkeit bedeutet jedoch nicht nur nachhaltige Mobilität, sondern zugleich auch eine nachhaltige Produktion. Anregungen dazu, wie ein solcher Übergang zur Zero Impact Factory aussehen soll, präsentierte der CEO von Volkswagen Slovakia, Dr. Oliver Grünberg. Wie aus seiner Präsentation hervorging, umfasst der Weg zur Erfüllung der Verpflichtungen des Pariser Klimaabkommens die Beschleunigung der Elektromobilität und die Bewertung der Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus der Produkte hinweg: von einer CO2-neutralen Lieferkette bis hin zum Recycling und zur Verwertung von Batterien. Zu den wichtigsten Produktionsparametern, deren Auswirkungen auf die Umwelt berücksichtigt werden, gehören die Emissionen von CO2 und flüchtigen organischen Verbindungen, der Wasser- und Stromverbrauch sowie das Abfallaufkommen.
Es ist offensichtlich, dass es für Europa bis 2035 keinen anderen Weg als die Elektromobilität gibt und dass sich auch die Zulieferer stark auf Komponenten und Bauteile für Elektrofahrzeuge ausrichten müssen. Der Transformation der Zulieferer widmete sich eine spezielle Podiumsdiskussion unter Beteiligung von Frau Sigrid de Vries, Generalsekretärin des Europäischen Verbands der Automobilzulieferer – CLEPA. Unter anderem äußerte sie auch die Überzeugung, dass die Ziele von Fit for 55 erreichbar seien, die Automobilindustrie in Europa jedoch zum Gedanken der Technologieneutralität zurückkehren müsse, da sich ein so komplexes Thema wie die Mobilität nicht auf allzu vereinfachte Lösungen reduzieren lasse und die Gefahr bestehe, dass wir eine Abhängigkeit gegen eine andere eintauschen. Einen großen Mehrwert für die Konferenzteilnehmer aus kleineren und mittleren Unternehmen boten Vorträge und Fallstudien, die sich auf die Digitalisierung und Automatisierung im Kontext der Dekarbonisierung und des Übergangs zu einer klimaneutralen Produktion konzentrierten.
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Ziel des Verbands der Automobilindustrie ist die umfassende Unterstützung seiner Mitglieder bei der Umstellung auf alternative Antriebe. Dazu gehört auch der gesetzgeberische Bereich, der aus zahlreichen miteinander verknüpften Verordnungen und Richtlinien besteht. Zwei ausgewiesene Fachleute halfen den Teilnehmern von Newmatec, sich in dieser Thematik zurechtzufinden: Jens Hörning vom Unternehmen PwC und Frau Michaela Hletková Ploszeková, die den Verband der Automobilindustrie im Rat der Regierung der Slowakischen Republik für den europäischen Grünen Deal vertritt.
Die Schlussfolgerungen der Konferenz fasste der Konferenzmoderator, Herr Ivan Hodáč, ehemaliger Generalsekretär des Europäischen Verbands der Automobilhersteller (ACEA), zusammen:
- Um die Ziele von Fit for 55 zu erreichen, werden wir die Zusammenarbeit der zuständigen Stellen benötigen, nicht nur auf der Ebene der EU und der nationalen Regierungen, sondern es wird auch notwendig sein, sich auf die Aufklärung und Förderung emissionsfreier Mobilität zu konzentrieren
- Es ist notwendig, zum ganzheitlichen Ansatz zur Reduzierung der CO2-Emissionen zurückzukehren, der zu Beginn der Diskussion über Emissionen sowohl von der Europäischen Kommission als auch vom Europäischen Parlament akzeptiert wurde
- Damit die Transformation der Lieferanten gelingt, ist es notwendig, ihnen dafür ausreichend Zeit einzuräumen und ihre Zusammenarbeit mit den OEMs zu vertiefen
- Wenn wir die für 2030 festgelegten Ziele erreichen wollen, unabhängig davon, wie diese aussehen werden, ist die einzige in so kurzer Zeit umsetzbare Technologie die Elektromobilität, die jedoch keine langfristige Lösung sein muss.
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