GRANITOL: Recycelte Post-Consumer- vs. Post-Industrial-Materialien
PCR (Post-Consumer Recycled)
Post-Consumer bedeutet, dass der Kunststoff vom Kunden für den vorgesehenen Zweck verwendet wurde. Es handelt sich um Regranulate, die aus Kunststoffabfällen aus den gelben Tonnen hergestellt werden, also von Endverbrauchern und Haushalten stammen und sehr heterogen und verunreinigt sind.
Angesichts der Herkunft der Kunststoffabfälle, die zur Herstellung von PCR-Regranulaten verwendet werden, ist klar, dass es sich um Regranulate handelt, die bei ihrer Herstellung mehrere Schritte durchlaufen müssen:
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Sortierung nach Materialarten – die Sortierung erfolgt überwiegend manuell, und es hängt allein von der Erfahrung der Mitarbeiter, die die Sortierung durchführen, ab, wie präzise diese hinsichtlich Materialien, Farbigkeit und Verunreinigungen erfolgt
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Reinigung/Wäsche der Abfälle – meist erfolgt die Wäsche in mehrstufigen Waschanlagen (es handelt sich um einen Prozess mit sehr hohem Energie- und Wasserbedarf, bei dem schwer verwertbare schlammartige Abfälle entstehen). Viele Hersteller von PCR-Regranulaten verfügen gar nicht über diesen Prozessschritt und gehen direkt zum nächsten Schritt über (dies hat großen Einfluss auf die Qualität des fertigen PCR-Regranulats)
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das eigentliche mechanische Recycling – Umwandlung von Kunststoffabfällen durch Aufschmelzen im Extruder zu Regranulat – einem Material, das anschließend für die Herstellung verwendet werden kann
Aus der Entstehung und der Art der Verarbeitung von Kunststoffabfällen zu PCR-Regranulat ergibt sich, dass ein solches Regranulat folgende Eigenschaften hat:
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es ist nicht vollständig transparent, sondern honiggelb – die endgültige Farbe hängt von der durchgeführten Sortierung ab
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es enthält zahlreiche Inhomogenitäten, Verunreinigungen, Gele und verschiedenartige Materialien – deren Auftreten hängt von der Qualität der durchgeführten Sortierung ab, davon, ob die Abfälle gewaschen wurden oder nicht, und davon, welche Schmelzefiltration beim Recycling eingesetzt wurde
Die Qualität des PCR-Regranulats bestimmt auch das Erscheinungsbild des Endprodukts. Im Entwurf der EU-Verordnung ist vorgesehen, dass ab dem Jahr 2030 allen Kunststoffprodukten, die zum Verpacken oder zur Herstellung von Verpackungen bestimmt sind, PCR-Regranulat in einer Menge von 35 % zugesetzt werden soll, was kein geringer Anteil ist, insbesondere wenn sich manche Produkte selbst aus Primärrohstoffen nur schwer herstellen lassen, z. B. sehr dünne, transparente Folien usw.
Folien mit einem Anteil an PCR-Regranulaten weisen optische Mängel und eine unebene Oberfläche auf, sind gelblich und haben manchmal auch einen charakteristischen Geruch. In vielen Fällen entstehen bei der Herstellung von Produkten mit einem Anteil an PCR-Regranulaten mehr Abfälle, als Regranulate verarbeitet werden, wodurch das System der Kreislaufwirtschaft seinen Sinn verliert.
Der Einsatz von PCR-Regranulaten bringt eine Reihe verfahrenstechnischer Komplikationen mit sich – schnelleren Verschleiß der verfahrenstechnischen Komponenten der Produktionsanlagen, die Notwendigkeit häufigerer Produktionsunterbrechungen zum Austausch der Filtergewebe und zur Reinigung der verfahrenstechnischen Komponenten von Materialablagerungen (Verringerung der Produktionskapazität, Zunahme des Abfallaufkommens usw.); bei Folien und Produkten, die zum Bedrucken bestimmt sind, kommt es zu häufigerem Verschleiß der Druckplatten usw.
Ein großes Problem ist und bleibt, dass nicht genügend Quellen geeigneter Abfälle und geeignete Kapazitäten für die Herstellung von PCR-Regranulaten vorhanden sind, insbesondere weil eine große Menge an Folien und Verpackungen eingefärbt, bedruckt und heterogen ist. Geeignete Quellen transparenter, unbedruckter Kunststoffabfälle sind knapp und nur in sehr begrenztem Umfang vorhanden.
Dieser Zustand bestimmt die Preispolitik auf dem Markt für PCR-Regranulate und führt in der Folge zu deren hohem Preis. In vielen Fällen liegen PCR-Regranulate bereits preislich auf dem gleichen Niveau wie Primärmaterialien. Bei PCR-Regranulaten mit Zertifikaten liegen die Preise höher als bei Primärmaterialien, wodurch folgerichtig auch die Preise der Endprodukte und Folien steigen.
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PIR (Post-Industrial Recycled)
Post-Industrial bezeichnet Kunststoff, der nie zum Endverbraucher gelangt ist. PIR-Materialien stammen aus Abfällen, die während des Herstellungsprozesses der ursprünglichen Verpackung anfallen.
Es handelt sich um ein stärker geschlossenes System, in dem Produktionsanlagen die während des Herstellungsprozesses anfallenden Reste eines bestimmten Produkts sammeln, aufschmelzen und anschließend zur Herstellung desselben Produkts wiederverwenden.
Dieser überschüssige Kunststoff bleibt aus dem Herstellungsprozess übrig und kann aus verschiedenen Gründen entstehen. Ein Teil der Abfälle stammt aus der Formgebung der Produkte oder aus Produktionsumstellungen an der Linie. In anderen Fällen entstehen Abfälle bei den notwendigen Kontrollen der Produktqualität und der Druckstandards.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, gebrauchte Folien oder Folienabfälle durch Rückkauf von den eigenen Geschäftspartnern zu sammeln, zu recyceln und in neue Folien umzuwandeln.
PIR-Kunststoffe lassen sich leichter sammeln und recyceln. Beim Recycling von Post-Industrial-Kunststoffen profitiert man davon, dass die Zusammensetzung der eingesetzten Abfälle bekannt und kontrollierbar ist, wodurch der Recyclingprozess effizienter wird – genauer gesagt wissen die Hersteller genau, welcher Kunststofftyp verwendet wird, sodass die Notwendigkeit entfällt, den Kunststoff zu reinigen und zu dekontaminieren.
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